LAUENBURG/HOHNSTORF Neue Entwicklung im Falle der maroden Elbbrücke bei Lauenburg: Auf der Südseite wurde jetzt eine provisorische Ampel errichtet. Sie soll sicherstellen, dass nicht Güterzüge und Kfz gleichzeitig die Brücke befahren.
Angekündigt wurde diese Maßnahme nicht. Menschen reagieren irritiert. Steht es inzwischen so schlecht um die einzige Elbbrücke neben Geesthacht, dass für die notdürftig reparierte Querung bei Lauenburg große Eile besteht?
„Steht es so schlecht?“
So lautet eine in sozialen Medien gestellte Frage. Während auf dem Nordufer seit vielen Jahren eine Ampel regelt, dass das Brückenbauwerk nicht durch schwere Züge und Kfz-Verkehr gleichzeitig belastet wird, hatte es auf der Südseite Streit mit dem Landkreis Lüneburg als Straßenverkehrsbehörde gegeben.
Bereits im Jahr 2008 sah sich der damalige Lüneburger Landrat veranlasst, die DB AG in ihre Schranken zu verweisen. Er verweigerte vor eineinhalb Jahrzehnten die Zustimmung, auf der südlichen Zufahrt den Straßen- und Schienenverkehr per Ampel-Anlage zu trennen. Nach der Verschiebung der Brückensanierung folgt nun die Rolle rückwärts. „Wir haben zunächst vergangene Woche gerüchteweise gehört, was in Planung ist“, sagt Christian Asboe, Leiter der Stadtentwicklung im Lauenburger Rathaus. Anfang der Woche sei dazu eine offizielle Nachricht gekommen. Die Deutsche Bahn AG sei mit Informationen häufig zurückhaltend.
Tatsächlich war es der Landkreis Lüneburg gewesen, der seine Bürger zunächst informiert hatte. Die neue Ampel ist zunächst ein Provisorium. Sie solle aber durch eine fest installierte Anlage ersetzt werden, bestätigt eine Sprecherin der Deutschen Bahn AG. „Die Ampel soll später ebenso wie die auf der Nordseite durch das Stellwerk geschaltet werden können.“
Über welchen Zeitraum dies geschehen soll, dazu gibt die Bahn keine Auskunft. Nicht ausgeschlossen, dass die Ampeln in Betrieb bleiben, bis in einigen Jahren eine neue Straßenbrücke bei Lauenburg fertiggestellt ist, Schienen- und Kfz-Verkehr dauerhaft getrennt werden, so die Bahnsprecherin. Nach neuen Berechnungen der Statik seien jedoch 2023 weitere Maßnahmen notwendig. Ein Sanierungskonzept werde derzeit durch ein Planungsbüro erstellt. Grund seien Spannungsüberschreitungen an einzelnen Bauteilen bei gleichzeitiger Überfahrt von Güterzügen und Kfz.