6. August 2022
Lauenburg

Elbbrücke: Sanierung verschoben

Bauarbeiten an beiden Elbbrücken sollen sich nicht überschneiden

Wann es mit der Sanierung der Lauenburger Brücke genau weitergeht, steht noch nicht fest Foto: Richel

LAUENBURG Wenn die derzeitige Sanierung der Geesthachter Elbbrücke abgeschlossen ist, sollten sich fast nahtlos dieArbeiten an der Lauenburger Brücke anschließen.

Dieses Vorhaben ist vom Tisch: Die Bahn hat die für September vorgesehene Weiterführung der Sanierung in Lauenburg abgesagt. Die Arbeiten sind auf das nächste Jahr verschoben. „Es soll nicht zu Konflikten mit der Sperrung der Brücke in Geesthacht kommen“, so eine Bahnsprecherin.
Eine Überschneidung hätte in der Region wohl auch zu einem Verkehrskollaps geführt. Durch die Sperrung der Geesthachter Brücke hat der Fahrzeugverkehr in Lauenburg um das Doppelte zugenommen. Das ergibt die regelmäßige Erfassung der Verkehrszahlen durch die Stadt auf der B 209.

Viele Pendler aus und nach Geesthacht weichen derzeit über die Lauenburger Elbquerung aus. Allerdings hieß es noch Ende Mai vonseiten der Bahn: „Die Einflüsse des Parallelprojektes werden aktuell inhaltlich wie terminlich bewertet. Die Situation hat bisher noch keine erheblichen Beeinträchtigungen auf die Sanierung genommen.“

Jetzt will man offenbar auf Nummer sicher gehen. Bei der Stadt ist man überrascht von der verschobenen Sanierung. „Wir haben davon gehört, wissen aber bisher nicht, wann die Arbeiten konkret fortgesetzt werden, und ob die Brücke dann voll oder nur halbseitig gesperrt wird“, sagt Christian Asboe aus dem Stadtentwicklungsamt. Er hoffe, dass es in Geesthacht zu keinen Verzögerungen kommt und die Brückensperrung planmäßig am 24. August aufgehoben wird. Neben dem erhöhten Pkw-Aufkommen gibt es nämlich noch eine weitere Auswirkung auf Lauenburg: Bis zur Freigabe der Geesthachter Brücke hat der Kreis Herzogtum Lauenburg das Durchfahrtverbot für Lkw über 12 Tonnen auf der B 5 in der Ortsdurchfahrt Lauenburg aufgehoben.

Die Deutsche Bahn und der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr teilen sich die Zuständigkeit für die Lauenburger Brücke. Anders als in den vergangenen Jahren soll die marode Brücke diesmal nicht notdürftig geflickt, sondern gründlich repariert werden. Im September sollte es vor allem um die Querfugen und Entwässerungsabläufe gehen. Im Oktober wurden bereits die Brückenlager erneuert und einige Stahlteile des Tragwerks von Rost befreit und mit neuem Korrosionsschutz versehen.

Außerdem steht noch der Austausch des Straßenbelages und die Erneuerung der Gehwege an. Hier ist wieder eine besondere Koordinierung zwischen Bahn und LBV gefragt. Ob und wie diese Arbeiten im nächsten Jahr miteinander abgestimmt werden, ist derzeit noch unklar. Autofahrer könnte derweil ein mulmiges Gefühl beschleichen, wenn sie über die Lauenburger Elbbrücke fahren. Schließlich ist deren maroder Zustand seit 2009 amtlich. Auch wenn eine Bahnsprecherin vergangenes Jahr versicherte: „Selbst Brücken der schlechtesten Zustandskategorie sind für die Nutzung sicher, sonst würde gar kein Betrieb zugelassen.“

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