24. Juli 2021
Hamwarde

Ein gekappter Weg ärgert Hamwarde

Ortsumgehung: Bürgermeister Richard wirft Minister vor, sich nicht an Absprachen zu halten

Karte

Der Plan der Ortsumgehung (rot) verläuft zwischen Geesthacht (links) und Hamwarde. Nördlich vom Gut Hasenthal sorgt eine Brücke (grüner Kreis) für eine Überquerung. Der alte Weg von Hamwarde aus westlich (schwarzer Kreis) ist gekappt Zeichnung: LBV SH BGZ

HAMWARDE Die Planung der Geesthachter Ortsumgehung erregt einmal mehr die Gemüter in Hamwarde. Der aktuelle Stand war auch ein Thema auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Hamwardes Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Richard (SPD) erläuterte den anderen Gemeindevertretern, warum die Hamwarder beim jüngsten Entwurf nun schlechter wegkommen, als es mal besprochen war.

Im Januar 2019 war Richard mit einer Gruppe von Bürgermeistern aus den Nachbargemeinden bei Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) in Kiel zu Gast. Es sei sich in kritischen Punkten auf einen gemeinsamen Weg verständigt, Missverständnisse seien ausgeräumt worden, hieß es damals von offizieller Seite nach dem Besuch.

Mittlerweile spricht Friedrich-Wilhelm Richard ganz anders über das Treffen. „Auf was soll man sich denn noch verlassen, wenn nicht auf das Wort eines Ministers“, sagt Hamwardes Bürgermeister verärgert. Er ist sauer, weil den Hamwardern in der neuen Planung ein etwa 100 Meter langer Weg abhanden gekommen sei, der versprochen gewesen sei.

Neuer Weg wäre interessant gewesen

Die aktuelle Planung sieht vor, dass nördlich des Gutes Hasenthal eine Brücke über die Umgehungsstraße führen soll als Verbindung des Feldwegs in Richtung Rappenberg zur ehemaligen Kieskuhle. Vorgesehen war laut Richard, dass es auf der nördlichen Seite der Trasse einen neuen Weg hätte geben sollen. Der wäre als Abzweigung von der Verlängerung der Mühlenstraße aus, die zum südlich gelegenen Gut Hasenthal führt, ein Stück parallel zur Umgehungsstraße mitgelaufen und hätte Anschluss an der Brücke gefunden mit Routen nach Norden und Süden. Dieser neue Weg wäre für Hamwarde touristisch interessant gewesen, weil Radfahrer und Fußgänger so einen attraktiven Rundweg vorgefunden hätten. „Nun ist die Verbindung gekappt, der Weg endet in einer Sackgasse“, so Richard.

Was das Maß für Hamwardes Bürgermeister vollmacht: Er hatte sich wegen dieser Veränderung bei Verkehrsminister Bernd Buchholz beschwert, aber nur eine für ihn unbefriedigende Antwort erhalten.
Richard zufolge fand Buchholz die Änderung nicht schlimm, als Replik wurde geäußert, man solle einfach die nächste Brücke bei Wiershop nehmen, dann werde der Rundweg eben länger.

Vielleicht lässt sich noch etwas nachbessern

Immerhin: Friedrich-Wilhelm Richard steht mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) weiter in Kontakt, vielleicht lässt sich etwas nachbessern. „Wir brauchen doch nur zwei Meter Breite für einen kombinierten Rad- und Fußweg“, so Richard. „Das sollte doch wohl keine Probleme machen.“

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