6. Februar 2021
Geesthacht

Zukunft liegt in der Kooperation

Lokale Wirtschaft 2030 Stadtentwicklung, Digitalisierung, Nachwuchs

Der Vorstand der Wirtschaftlichen Vereinigung Geesthacht um Jürgen Wirobski (l.) bei der letzten Mitglieder- versammlung Foto: Jürgen Karsch

Der Vorstand der Wirtschaftlichen Vereinigung Geesthacht um Jürgen Wirobski (l.) bei der letzten Mitglieder- versammlung Foto: Jürgen Karsch

GEESTHACHT Die telefonische Verbindung zu Jürgen Wirobski reißt immer wieder ab. Nur jedes zweite Wort des Vorsitzenden der Wirtschaftlichen Vereinigung Geesthacht (WVG) kommt am anderen Ende der Leitung an.

Die technischen Schwierigkeiten untermauern eines der 12 Themen, das sich die WVG in ihrem neuen Positionspapier auf die Agenda geschrieben hat: den Wunsch nach einer besseren Digitalisierung. Alle drei Jahre erstellt die Wirtschaftliche Vereinigung so ein Programm. „Geesthacht 2030 – Wirtschaft denkt voraus“ heißt das aktuelle Programm.

Diese Aspekte liegen den Vertretern der Wirtschaft am Herzen:
Digitalisierung
„Ein Zugang zu schnellem Internet muss wie Wasser oder Strom zur Grundversorgung gehören und darf nicht von irgendwelchen Quoten abhängig sein“, sagt Jürgen Wirobski. Teilweise könnten die WVG-Mitglieder ihre Mitarbeiter schon nicht ins Homeoffice schicken, weil diese keinen Glasfaseranschluss hätten. Um die Kosten im Rahmen zu halten, müsse eine sozialverträgliche Form gefunden werden.

Verkehr
Angesichts sinkender Pkw-Neuzulassungen plädiert die WVG für alternative Fortbewegungsmöglichkeiten. Etwa einen ÖPNV mit kleineren Bussen und einen Fahrplan nach Bedarf. „Warum soll Moia nicht auch in Geesthacht Sinn machen?“, fragt Wirobski. „Das Amphibienfahrzeug, das während der Elbbrückensperrung kommen soll, könnte die Hadag-Fähre auf Rädern werden.“

Innenstadtentwicklung
Um die Zukunft der Fußgängerzone zu sichern, bringt die WVG einen lokalen Lieferservice ins Spiel. „Denkbar ist, dass wir in einer Stunde liefern“, schwärmt Wirobski. Mit Stephan Meyer (shoes4friends) und Stefan Manzke (OBMK) stehen zwei Partner Gewehr bei Fuß, die sich um die Software und das Einpflegen der Waren in ein Warenwirtschaftssystem kümmern würden. Taxiunternehmer Andreas Riechert könnte die Lieferung übernehmen. „Was uns jetzt noch fehlt, sind die vielen Geschäfte“, hofft Wirobski auf weitere Befürworter der Idee.

Schaufenster Geesthacht
Lange hatte die Messe ihre Heimat auf dem Menzer-Werft-Platz, zuletzt in der Alfred-Nobel-Schule. 2021 ist angedacht, die Messe in die Fußgängerzone zu verlegen. Möglicher Termin ist der verkaufsoffene Sonntag im September.

Wirtschaft, Wissenschaft
Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) forscht an Wasserstoffantrieben. Den ersten für Pkw geeigneten Tank lieferte eine Geesthachter Firma. „Ich mache die kühne Ansage, dass jeder Mittelständler der Region dem HZG zur Verfügung steht, wenn er davon wüsste“, betont Wirobski und wirbt für Informationsaustausch.

Führende Frauen
Etwa ein Dutzend weiblicher WVG-Mitglieder treffen sich regelmäßig. Dabei sind andere Herangehensweisen im Vergleich zu Männern zu Tage getreten. „Frauen netzwerken weniger, sind uns dafür in Sachen Kooperation voraus. Aber Kooperation ist die Wirtschaft der Zukunft“, prognostiziert Jürgen Wirobski.

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