17. September 2022
Geesthacht

Wie grün muss eine Gartencity sein?

80 Wohnungen und ein neues Hospiz sind geplant

Sieht aus wie ein Foto, ist aber eine Entwurfsplanung: Gegenüber der Buntenskampschule sind 5 Neubauten geplant Foto: Planpark

GEESTHACHT Wie viel Grün muss ein Plan zur Innenstadt-Nachverdichtung enthalten, damit es den Begriff Gartencity zu Recht trägt? Diese Frage beschäftigt den Geesthachter Stadtplanungsausschuss, seitdem Prof. Dr. Jan Kramer als Investor 2013 erstmals seine Absicht öffentlich machte, neuen Wohnraum im Stadtzentrum zwischen den Straßen Buntenskamp und Schillerstraße zu schaffen.

Mehrfach waren seitdem Planungen vorgestellt und immer wieder verändert worden. Nun hat es einen neuen Aufstellungsbeschluss gegeben, also das Signal der Lokalpolitik, dass ein konkreter Bebauungsplan entwickelt werden kann.

Das aktuelle Konzept für den ersten Bauabschnitt mit fünf Häusern – darunter ein neues Hospiz – war am 14. Juni 2022 vorgestellt worden. Doch auch die Überarbeitung fand nicht bei allen Ausschussmitgliedern Anklang. „Das ist eine maximale Ausbeutung des Grundstücks und keine Gartencity“, kritisierte Dagmara Strauer von der FDP und stimmte mit Volker Harburg (Bürger für Geesthacht) dagegen.

Im ersten Abschnitt wird nun der Bereich am Buntenskamp bebaut. Das ist geplant: Die Hohes Elbufer Wohnimmobilien GmbH & Co. KG als Vorhabenträger der Gartencity will auf der rund 19.200 Quadratmeter großen Fläche in zwei Abschnitten bauen. Zunächst den nördlichen Bereich am Buntenskamp. Das neue Hospiz hätte 14 Plätze und würde das bestehende, viel zu kleine Objekt am Kleinen Theater Schillerstraße ablösen. Im Erdgeschoss gegenüber der Buntenskampschule soll auf 250 Quadratmetern eine Kitagruppe mit rund 20 Plätzen einziehen. Die drei innenliegenden Wohngebäude hätten drei Geschosse plus Staffelgeschoss. Ein weiterer Fünfgeschosser würde an ein Bestandsgebäude mit sieben Etagen angrenzen. Die Häuser bieten Platz für rund 80 Wohnungen, eine darunterliegende Tiefgarage hätte etwa 90 Plätze.

Im ersten Bauabschnitt werden auch Fußwege durchs Quartier erstellt. Für die aktuell neben dem Ärztehaus bestehenden Parkplätze soll im südlichen Baufenster neben der Wäscherei Röder vorübergehend Ersatz geschaffen werden.

Derweil kann Architekt Jan Markmann von der Planpark Projekt GmbH die Kritik nicht nachvollziehen. Der Investor lege großes Augenmerk auf Qualität. Markmann hätte auf vergleichbaren Flächen in Hamburg zudem schon viel größere Gebäude gebaut. „Außerdem gibt es im betroffenen Abschnitt derzeit kaum Grün, und wir planen opulentes Grün und eine intensiv-begrünte Tiefgarage“, sagte Markmann.

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