17. September 2022
Geesthacht

Was Geesthacht bei einem Blackout macht

Die Stadt hat einen Notfallplan bei Stromausfall

Rathausmitarbeiterin Sabine Erdmann zeigt die Notfallbroschüre, in der Bürger Tipps für den Ernstfall finden Foto: Stadt Geesthacht

GEESTHACHT Kein Trinkwasser und keine Toilettenspülung, kein Telefonnetz, keine funktionierenden Tankstellen oder Geldautomaten – wenn es zu einem flächendeckenden Stromausfall kommen sollte, hätte das katastrophale Folgen für das öffentliche Leben.

Vertreter der Geesthachter Stadtverwaltung inklusive Abwasserbetrieb und Betriebshof sowie der Stadtwerke, Feuerwehr und Polizei treffen sich deshalb regelmäßig, um denkbare Szenarien durchzuspielen und Abläufe abzusprechen. Dabei geht es vor allem um die kritische Infrastruktur und die Organisation von Abwasserbetrieb und Wasserversorgung, um Notstromaggregate und das Aufrechterhalten von Kommunikation untereinander. Das Heft des Handelns obliegt in der Regel dem für den Katastrophenschutz zuständigen Kreis Herzogtum Lauenburg. Dieser kommt ins Spiel, wenn mehrere Gemeinden oder über 20.000 Einwohner betroffen sein sollten. „Bei den Szenarien ist uns egal, was den Stromausfall ausgelöst hat. Wir kümmern uns nur um die Folgen“, sagt Kreissprecher Tobias Frohnert.
„Die Stadt übernimmt Organisation und Durchführung vor Ort – so ist die Aufgabenteilung auch bei anderen Katastrophenfällen, etwa Hochwasser“, erklärt Stadtsprecherin Wiebke Jürgensen.

Notbrunnen und Notstromaggregate

Für die Wasserversorgung gibt es Notbrunnen im Stadtgebiet. Beim städtischen Abwasserbetrieb wird über Notstromaggregate sichergestellt, dass ein Teil der Pumpen stets einsatzbereit ist und somit die Kanalisation funktionsfähig bleibt.

Die Alfred-Nobel-Schule am Neuen Krug ist als Standort vorgesehen, an dem Personen untergebracht werden können. Weil das Mobilfunknetz ausfällt, würde der städtische Betriebshof für die interne Kommunikation das digitale Funknetz der Stadtwerke nutzen. Feuerwehr und Stadtwerke haben eigene Notstromaggregate.

Einsatzfahrzeuge würden über vom Stromnetz unabhängige Tankstellen betankt werden. Das Johanniter Krankenhaus hat ein eigenes Notstromaggregat, das mit Diesel läuft. Dafür steht ein 1000 Liter großer Tank zur Verfügung. „Das hält je nach Auslastung drei bis fünf Tage“, betont Sprecherin Sylvia Ziesmann-Busche. Zudem steht ein Anschluss des Krankenhauses an Geesthachts Fernwärmenetz im Raum.

„Natürlich hoffen wir, dass unsere Pläne nie zum Einsatz kommen. Dennoch setzen wir uns umfangreich mit dem Thema auseinander, um im Fall der Fälle möglichst gut vorbereitet zu sein“, betont Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze.

Wie sich private Haushalte auf einen möglichen Blackout vorbereiten können, ist in der kostenlosen Broschüre „Katastrophen-Alarm“ zusammengefasst. Das Heft gibt es im Foyer des Rathauses. Es thematisiert u.a. in Checklisten, welche Vorräte jeder Haushalt vorhalten sollte. Empfohlen werden Lebensmittelvorräte für zehn Tage.

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