23. Januar 2021
Geesthacht

Thomas Vagedes sagt Geesthacht Tschüss

Oberstadttreff-Leiter geht in Rente. Nachfolge unklar

Oberstadttreff-Leiter Thomas Vagedes (62) geht im März in Rente Foto: Dirk Palapies

Oberstadttreff-Leiter Thomas Vagedes (62) geht im März in Rente Foto: Dirk Palapies

GEESTHACHT „Viele schätzen mich noch auf Anfang 50“, sagt Thomas Vagedes und schmunzelt. Umso überraschender für viele, was der Leiter des Geesthachter Oberstadttreffs am Dialogweg nun verkündet: Er geht in Rente.

Schon am 18. März ist der letzte Arbeitstag des in der Tat deutlich jünger wirkenden 62-Jährigen; so ist es geplant. Eine neue Leitung sucht die Stadt gerade erst in einer internen Ausschreibung.
Für die meisten dürfte das schwer vorstellbar sein, der Oberstadttreff ohne Thomas Vagedes. Denn er hat ihn mit aufgebaut und erst zu dem gemacht, was er heute ist: ein Haus für alle Generationen. Die Erfolgsbilanz ist beeindruckend. Waren es nach einem Jahr des Bestehens Ende 2003 noch 23 Gruppen, so nutzen aktuell sogar mehr als 40 Gruppen den Oberstadttreff.
„Wir haben eine Maximalauslastung von 16 Stunden. Wer hat das schon?“, fragt Vagedes. Es kämen mittlerweile 30.000 Besucher pro Jahr. Das sei ein hoher Durchlauf bei hoher Auslastung. Trotzdem seien Zuschüsse nötig, sagt er. So ein Haus könne man nicht ohne Defizit betreiben. „Dann säße ich hier alleine.“ 150.000 bis 160.000 Euro ist die Einrichtung der Stadt jährlich wert.
Vor 18 Jahren sah Thomas Vagedes die Annonce für den Posten als Leiter des Oberstadttreffs in einer Lüneburger Lokalzeitung. „Ich dachte sofort, das ist meine Stelle“, erzählt er. Die Beschreibung fasste alles zusammen, was en gelernten Bankkaufmann, studierten Volkswirt und Sozialpädagogen bewegte. Thomas Vagedes setzte sich gegen 40 Mitbewerber durch. Im Dezember 2002 war Eröffnung, ein halbes Jahr vorher im Juni hatte er angefangen.
Mittlerweile gibt es drei weitere Festangestellte, drei Bufdis und vier Mitarbeiter basierend auf ehrenamtlicher Tätigkeit. Von den Gruppen hat er sich bereits mit einem persönlichen Brief verabschiedet, nicht bloß in einer Mail. Und für Menschen, die persönlich Tschüs sagen wollen, will er sich die Zeit nehmen – trotz Corona.
Die neue Freizeit ab März hat sich Thomas Vagedes bereits mit Spaziergängen in der Göhrde mit Frau und Hund gut überlegt. Dazu ein bisschen Musik machen, in der Nähe von Hitzacker will er ein Waldhäuschen vermieten. Die Nachfrage, ob er bei einem Dorfentwicklungsprojekt mitmachen will, liegt auch schon vor. Auch eine Rückkehr nach Geesthacht ist wahrscheinlich. Mit dem Chor LoChormotion aus Lüneburg stand er schon einmal am 7. März im vergangenen Jahr auf der Bühne des Oberstadttreffs. Vagedes singt dort mit und spielt Klavier.

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