21. Mai 2021
Geesthacht

Rekordtag auf der Babystation

Johanniter: Sieben Geburten in 19 Stunden

Hebamme Edyta Raasch und ihre Kolleginnen hatten vom 5. auf den 6. Mai alle Hände voll zu tun. Darius und Jasmin auf unserem Foto erblickten einige Tage später das Licht der Welt Foto: Dirk Schulz

Hebamme Edyta Raasch und ihre Kolleginnen hatten vom 5. auf den 6. Mai alle Hände voll zu tun. Darius und Jasmin auf unserem Foto erblickten einige Tage später das Licht der Welt Foto: Dirk Schulz

GEESTHACHT Den Anfang machte der kleine Henri am 5. Mai. Um Punkt 17 Uhr erblickte der neue Erdenbürger im Johanniter-Krankenhaus Geesthacht das Licht der Welt.
Danach ging es Schlag auf Schlag. Bis zum folgenden Mittag, genauer gesagt bis um 11.37 Uhr, folgten ihm sechs weitere Babys. Sieben Geburten binnen 18:37 Stunden sind Rekord für die Johanniter in diesem Jahr. Zuvor hatte es je dreimal sechs Kinder in 24 Stunden gegeben.
Am Ende des Jahres könnte eine weitere Bestmarke geknackt werden. Nachdem im vergangenen Jahr mit 760 Geburten der höchste Wert seit 1997 erzielt wurde, deutet vieles darauf hin, dass diese Zahl erneut gesteigert wird. Bis zum 11. Mai haben 291 Kinder Am Runden Berge das Licht der Welt erblickt. Zum gleichen Zeitpunkt 2019 waren es 262. Das entspricht einem Zuwachs von elf Prozent.
„Aber nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: Wir sind nach wie vor eine gemütliche Abteilung. Unser Vorteil ist, dass wir im Vergleich mit anderen Kliniken gut besetzt sind“, betont die Leitende Hebamme Miriam Jens.
Pro Schicht sind jeweils mindestens eine Hebamme, ein Facharzt und eine Assistenzärztin im Dienst. Für die Gebärenden stehen drei Kreißsäle und zwei Wehenzimmer zur Verfügung. „Und es ist ja so, dass nie alle werdenden Mütter gleich weit mit der Geburt sind“, ergänzt Jens. So erstreckten sich die sieben Neugeborenen am Rekordtag auf drei Schichten.
Das sind während der Corona-Pandemie aber offenbar auffällig mehr werdende Eltern als im bundesweiten Vergleich. Denn einen durch den ersten Lockdown ver-ursachten Corona-Babyboom gibt es nicht. Zwischen Dezember und Februar wurden bundesweit 182.000 Kinder geboren. Das sind zwar 0,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, das liegt aber im Bereich der üblichen Schwankungen. In Spanien und Frankreich wurden sogar die niedrigsten Geburtenzahlen seit dem Zweiten Weltkrieg registriert.
Das kleine Geesthachter Haus, das mehrfach als „Babyfreundliche Geburtsklinik“ ausgezeichnet wurde, ermöglicht es Vätern im Lockdown bei der Geburt dabei zu sein. Möglich ist auch eine Aufnahme der Väter in Geesthacht wegen der vielen Familienzimmer.

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