22. Mai 2021
Geesthacht

Radschnellweg Geesthacht–Bergedorf

Planer stellen Studie zum Streckenverlauf vor

Karte

Die geplante Route des Radschnellwegs von Bergedorf nach Geesthacht (grün) mit Streckenvarianten (gepunktet) Foto: Kreis RZ/Büro Argus

GEESTHACHT Etwa 40 Minuten dauert derzeit eine Fahrt von Geesthacht nach Bergedorf – wohlgemerkt mit dem Fahrrad. Dabei ist es egal, ob man entlang der Bundesstraße 5 fährt oder dem Routenvorschlag des ADFC Geesthacht folgt.

Die Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs präferieren die Strecke über Voßmoor, Horster Damm und Brookdeich. „Auf einem Radschnellweg lässt sich die Fahrzeit um zehn bis 15 Minuten verkürzen“, schätzt der Sprecher der Ortsgruppe, Ekkehard Gertig.

Die rund 30 Kilometer lange Strecke von Geesthacht bis in die Hamburger HafenCity und umgekehrt ist Teil des geplanten Radschnellnetzes der Metropolregion Hamburg. Dieses soll durch unterbrechungsfreies und ungestörtes Fahren die Fahrzeitdauer besser planbar machen und damit Anreize für den Verzicht aufs Auto schaffen. Dafür müssen die Wege so breit sein, dass das Überholen möglich ist und jeder in seinem Tempo unterwegs sein kann. „Ein Hobbyradler kann bis zu 20 Stundenkilometer erreichen, Pedelecs fahren maximal 25 km/h“, sagt Ekkehard Gertig.
Erfahrungen aus den Niederlanden, einem Vorreiter in Sachen Radschnellwege, besagen, dass fünf bis 15 Prozent der Autofahrer umsteigen. Radschnellwege leisten also einen Beitrag zur Verkehrswende. Die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für den Streckenverlauf von Börnsen über Escheburg nach Geesthacht wurden am Montag im Ausschuss für Regionalentwicklung und Mobilität des lauenburgischen Kreistags vorgestellt.

„Haken und Ösen“

Die von den Planern favorisierte Variante verläuft weitgehend in Nähe der vorhandenen Bahntrasse, hat aber „Haken und Ösen“, wie Heike Alsleben vom Fachdienst Bauordnung des Kreises einräumt.

Beispiel Escheburg: „Auf dem Radelsweg ist relativ viel Action“, sagt Bürgermeister Frank Krause (Grüne) und verweist auf Handwerks-Geschäfte, Kleingärtner und ein Flüchtlingsheim, das auf der Route liegt. „Dass die neue Feuerwache am Escheburger Speckenweg gebaut werden soll, wurde gar nicht berücksichtigt. Immerhin sollen die Wege für Pferde und Radfahrer getrennt werden. Die vertragen sich gar nicht“, so Krause. „Von der Feuerwache wussten wir nichts. Das müssen wir nachtragen“, räumt Heike Alsleben vom Kreis ein.

Bei alledem ist der wichtigste Aspekt noch gar nicht geklärt. „Der Kreis und die Gemeinden müssen sich erst einig werden, ob sie dieses Projekt überhaupt weiter verfolgen wollen“, betont Heike Alsleben. Zumal sich die geschätzten Kosten alleine auf Kreisgebiet auf rund 11,74 Millionen Euro für Planung und Bau samt Grunderwerb belaufen. Zudem ist nicht geklärt, wer anschließend für den Unterhalt zuständig ist. Die Gemeinden haben kein Interesse daran. Auch ob es Fördermittel zur Finanzierung vom Bund gibt, ist offen.

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