1. April 2023
Geesthacht

Mehr Bedürftige, weniger Spenden

Tafeln: Lebensmittelausgaben für Bedürftige in großer Bedrängnis

Tafel

Immer mehr Menschen kommen zu den Tafeln Foto: GettyImages

GEESTHACHT/SCHWARZENBEK Der Kreisseniorenbeirat sorgt sich um den Betrieb der Tafeln für Bedürftige. Das Gremium fordert Menschen auf, sich ehrenamtlich zu engagieren, den örtlichen Tafeln ihre Mitarbeit anzubieten.

So willkommen neue Helfer in vielen Tafeln sind, die größten Probleme bereiten schwindende Lebensmittelmengen bei wachsenden Zahlen an Bedürftigen. In Schwarzenbek, wo das DRK die Tafel mit einem guten Dutzend Ehrenamtlicher betreibt, haben die Verantwortlichen die Notbremse gezogen.

„Im Herbst haben wir einen Aufnahmestopp verfügt, derzeit bleibt uns nichts anderes, als diesen von Monat zu Monat zu verlängern“, sagt Tafelchef Martin Lenz. Aktuell versorge die Tafel Schwarzenbek etwa 400 Menschen in der Woche, damit sei man an der Grenze. „Betrachten wir diejenigen, die bei uns anfragen und die wir vertrösten, könnten es gut doppelt so viele sein“, erläutert Lenz. Lebensmittelspenden sind knapp. Discounter und Supermärkte kalkulierten deutlich knapper, so dass weniger übrig bleibe, bestätigt auch Irene Halaftris-Grube für die Geesthachter Ausgabe.

Für die Ausgabe am Dienstag und Freitag sei Schwarzenbeks Tafel personell gut aufgestellt. „Was wir vor allem brauchen, sind Menschen, die die Lebensmittel einsammeln, sortieren und einlagern.“

Lebensmittel fehlen

Bis auf eine kurze Zeit während der Corona-Pandemie hat die Geestküche ihre Ausgabe offengehalten, betont Irene Halaftris-Grube. Die Vizevorsitzende der Geesthachter Frauen-Initiative organisiert sie seit gut eineinhalb Jahrzehnten. „Was vor allem fehlt sind Fleisch, Wurst, Käse, aber auch Brot.“ Bis zu 150 Menschen würden am Neuen Krug wöchentlich versorgt. Die Geesthachter Ausgabe profitiert davon, dass Menschen, die in einer Fördermaßnahme in der Vergangenheit die Geestküche betrieben haben, sich jetzt um das Abholen, das Sortieren, die Lagerung und das Ausliefern der Waren kümmern. „Wir haben nicht genug Lebensmittel und die Energiepreise sind zu hoch, als dass wir in absehbarer Zeit die Geestküche wieder öffnen könnten“, sagt Geschäftsführerin Stéphanie Loewe. Die Lauenburger Tafel sucht Ehrenamtliche, die mit den zwei vereinseigenen Transportern Lebensmittel abholen. Mit den gut 30 Aktiven gelinge es, den Ansturm auf die Ausgabe in der Begegnungsstätte TOM zu bewältigen, sagt Tafelchefin Franziska Betge.

Probleme bereitet die Zahl an Menschen, die freitags zum Treff am Moorring streben. „Ihre Zahl hat sich auf etwa 180 bis 190 verdoppelt, dafür sind die Räumlichkeiten im TOM zu klein.“

Ihr Wunsch: Bessere Lagerkapazitäten für Lebensmittel und ein leerstehendes Geschäft mit minimaler Monatsmiete für die Ausgabe.

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