17. Juli 2021
Geesthacht

Kinder fit machen für Demokratie

Modellprojekt will über Erwachsene den Nachwuchs aktivieren

Dieser Flyer klärt über ihre Arbeit auf: Annika Rabe vom Kreis-jugendring arbeitet in Geesthacht an einem Modellprojekt für eine stärkere Einbindung von Kindern und Jugendlichen Foto: Palapies

Dieser Flyer klärt über ihre Arbeit auf: Annika Rabe vom Kreis-jugendring arbeitet in Geesthacht an einem Modellprojekt für eine stärkere Einbindung von Kindern und Jugendlichen Foto: Palapies

GEESTHACHT/BERKENTHIN „Aktivieren. Engagieren. Mitbestimmen – Fit für Beteiligung“, ist der Titel eines vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Modellprojektes.

Es ist ein Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Geesthacht spielt eine Rolle darin, seit Annika Rabe vom Kreisjugendring Herzogtum-Lauenburg ihren Schreibtisch im Jugendhaus Düne an der Geesthachter Straße bezogen hat. Sie arbeitet eng mit der Stadtjugendpflege zusammen.

Die Referentin Jugendbeteiligung soll erreichen, dass Jugendliche sich stärker einbringen und besser in Entscheidungen eingebunden werden. Ansprechpartner ist aktuell nicht der Nachwuchs selbst, „die vorrangige Zielgruppe sind Erwachsene“, betont Annika Rabe.

Es geht vor allem um Vertreter aus Verbänden, Schule, Politik und Verwaltung, die mit dem Nachwuchs zu tun haben. Sie sollen die Ideen und Meinungen von Kindern und Jugendlichen verstärkt aufnehmen, in ihre Arbeit einfließen lassen. Ziel ist die Beteiligung in allen Bereichen, die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren.

Im Mittelpunkt soll die Klärung der jeweiligen Bedürfnisse stehen. „Junge Leute müssen wissen: Wir werden ernst genommen, meine Meinung zählt etwas.“ Der Kreisjugendring will dann Helfer sein beim Entwickeln von Strategien.

Das Modellprojekt läuft an zwei Orten im Kreis, als ländliches Gegenstück zu Geesthacht wurde das Amt Berkenthin ausgewählt. „Dort ist es wesentlich schwerer, Jugendliche zu erreichen“, erläutert Rabe die Unterschiede. „In Geesthacht dagegen hat die Jugendpflege bereits Struktur.“ Ein Paradebeispiel ist die Düne, die seit 2000 von der Jugendpflege der Stadt betrieben wird. Hier können Kinder und Jugendliche mitentscheiden, was für ein Programm im Treff läuft.

Nach knapp einem halben Jahr Vorbereitung und letztem Feinschliff steht das Projekt unmittelbar vor der Praxisphase. Zwischen September und Dezember sollen kostenlose Workshops starten, in jedem Monat einer. Zeitpunkte und Orte werden noch festgelegt.

Ganz praktisch die Möglichkeit, sich selbst zu beteiligen, bietet das Ferienpass-Projekt „Mein Quadratmeter Geesthacht“. Am Donnerstag, 29. Juli, wird auf dem Menzer-Werft-Platz eine Bodenzeitung ausgerollt, die Kindern und Jugendlichen Platz bietet zu notieren, was sie machen würden, wenn sie Bürgermeister von Geesthacht wären.

Auch interessant