14. Januar 2023
Geesthacht

Die Tiere vom Lebenshof

Schüler helfen Tieren, die in der Landwirtschaft nicht überlebt hätten

BvS-Schüler (Clara Maria Morgenroth, Nicole Bajer, Jennifer Shi, Bassma Lahdo v.l.) besuchen Gnadenhof am Knollgraben, um für die Tiere Behausungen zu entwerfen; Ist Kunstprojekt des ästhetischen Oberstufenprofils Foto: Alexandra Kiss

GEESTHACHT An Kinder und Jugendliche sind die Tiere hier ja gewöhnt, aber dass sie Modell stehen sollen, das kennen sie nicht.

20 Schülerinnen und Schüler der Bertha-von-Suttner-Schule aus Geesthacht waren auf dem Lebenshof von Elke Fritzsche-O’Connell am Knollgraben (Hans-Meyer-Siedlung 7) zu Besuch. Für ein besonderes Projekt.

Die Jugendlichen des ersten Jahrgangs des ästhetisches Profils der Oberstufe entwerfen für ein Architekturprojekt Tierbehausungen. Für ihre Projektarbeit sahen sie sich die Rinder, Pferde, Ponys, Ziegen und Co. vor Ort ganz genau an, um zu lernen, was sie mögen könnten. „Die Tiere sollen sich wohlfühlen mit viel Auslauf“, stellt ein Mädchen klar. Hinzu kommen Gründächer oder PV-Paneele.

„Wir sind Künstler und zeichnen freihändig, nicht mit dem Lineal“, erläutert Lehrerin Alexandra Kiss das Vorgehen. Aber architektonische Parameter wie Stabilität und Statik fließen auch ein. Die Entwürfe sollen nach Fertigstellung in der Schule ausgestellt und auch mit Elke Fritzsche-O’Connell besprochen werden. „Was sie am realistischsten findet, würden wir umsetzen“, sagt Alexandra Kiss.

Der Kontakt der BvS zum Lebenshof besteht seit einem Jahr durch die Vorhabenwochen der 5. Klassen. Das weiße Rind „Mücke“ ist nun Patenkuh. Die Tiere, die bei Elke Fritzsche-O’Connell auf dem Hof sind, haben Glück gehabt, ohne die Tierschützerin würden die meisten von ihnen nicht mehr leben. Das Aufpäppeln von Tieren, die in der Landwirtschaft nicht lange überlebt hätten, hat sie sich zur Lebensaufgabe gemacht.

„Wir sind in Kontakt geblieben. Die Klasse 6c sammelt weiterhin regelmäßig Leergut, das Pfandgeld wird von den Familien gern aufgerundet und dann gespendet“, erzählt Alexandra Kiss. So kommen stets bis zu 50 Euro zusammen. Der Kontakt hat sich bis zur 12. Klasse im Kunstunterricht herumgesprochen, die „auch mal etwas machen wollte“, so Alexandra Kiss. „Es sind tolle junge Menschen, empathisch, mit einem großen Herz“, lobt sie. „Ich würde gern eine Dauereinrichtung aus dem Besuch machen. Es war eine sehr, sehr wichtige Schule für alle“.

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