4. September 2021
Geesthacht

2025 soll der Wasserstoffhafen fertig sein

Regionales Verteilungszentrum und Tankstelle für Schiffe und Straßenfahrzeuge

Prof. Dr. Thomas Klassen (Helmholtz-Zentrum, v.l.), Andreas Dreyer (Wirtschaftsförderer), Bürgermeister Olaf Schulze und Dr. Alexander Dyck (DLR) stellten das Projekt erstmals im Februar vor Foto: Dirk Schulz

Prof. Dr. Thomas Klassen (Helmholtz-Zentrum, v.l.), Andreas Dreyer (Wirtschaftsförderer), Bürgermeister Olaf Schulze und Dr. Alexander Dyck (DLR) stellten das Projekt erstmals im Februar vor Foto: Dirk Schulz

GEESTHACHT Da haben die Beteiligten sich etwas vorgenommen: 2025 soll der Geesthachter Wasserstoffhafen eröffnet werden. „Man muss sich ja Ziele setzen“, meinte Geesthachts Wirtschaftsförderer Andreas Dreyer.

Der Fahrplan: 2021 fallen Kosten- und Planungsstudie, Fördermittelbeantragung und Finanzierungsplan, Rechts- und Betriebsstrukturen an. 2022 folgen die Bauplanung und die Bauanträge, 2023 wird die Bauphase eingeläutet, die 2025 abgeschlossen wird.

„Ich gebe zu, das ist sportlich gerechnet“, sagte Dreyer. „Im September wollen wir die Projektphase der Öffentlichkeitsarbeit abschließen und gehen in die zweite Stufe.“ Dann sollen Mittel akquiriert werden für die Machbarkeitsstudie, eventuell fließen Fördermittel. „Wir wollen wissen: Worüber reden wir hier?’“, meint Dreyer bezüglich der benötigten Summen.

Schiffe, die mit Wasserstoff fahren

Der Wasserstoffhafen soll genutzt werden für künftige Forschungsschiffe des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des Helmholtz-Zentrums Hereon. Die noch zu bauende „Ludwig Prandtl II“ soll hier einen Liegeplatz bekommen und das DLR will Schiffe entwickeln, die mit Wasserstoff fahren und auch Wasserstoff transportieren können. Als Forschungsplattform könnten Wissenschaftler im realen Betrieb testen, was im Labor erfunden wurde.

In Geesthacht soll Deutschlands erste Wasserstofftankstelle für Schiffe entstehen, an der auch Straßenfahrzeuge betankt werden können. In Antwerpen hat gerade die erste Wasserstofftankstelle der Welt für Schiffe sowie Trailern, Pkw, Lkw und Bussen ihren Betrieb aufgenommen.

„Wir sind dabei, besondere Orte zu identifizieren, und Geesthacht ist so ein besonderer Ort“, erläuterte Prof. Dr. Thomas Klassen vom Helmholtz-Zentrum Hereon die Vorzüge des Standortes. Zur günstigen Lage im Dreiländereck Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen käme, dass es einige Firmen gäbe, die das neue Verfahren ausprobieren wollten.

„Wir werden nicht ohne Importe auskommen.“

Eine gewichtige Bedeutung soll der Hafen bekommen als regionales Verteilungszentrum für Wasserstoff. Der Wasserstoff soll im Ausland aus Windkraft erzeugt werden, vor Ort transportfähig gemacht – flüssig oder als Gas – und mit autonom und grüner Energie fahrenden Transportschiffen im Hamburger Hafen angelandet und mit Binnenschiffen nach Geesthacht gebracht werden.

Der Idee, den nötigen Wasserstoff gleich selbst in Geesthacht und Umgebung mittels Windkraft und Photovoltaik zu produzieren, erteilte Prof. Dr. Klassen eine Absage. „Wir werden nicht ohne Importe auskommen. Wir werden es in Deutschland nicht hinbekommen, unseren Bedarf zu decken.“

Der Wasserstoffhafen (Kreis) soll in Nachbarschaft zum Mischwerk der Deutag entstehen  Foto: Stadt Geesthacht
Der Wasserstoffhafen (Kreis) soll in Nachbarschaft zum Mischwerk der Deutag entstehen Foto: Stadt Geesthacht

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