12. November 2022
Büchen

Steinkrüger Koppel: Entscheidung naht

Bürgerentscheid über geplante Gewerbefläche

Straße

Umstritten: die Steinkrüger Koppel in Büchen Foto: Grüne Büchen

BÜCHEN Am Sonntag, 13. November, haben die Büchener Wähler das Wort. Sie können in einem Bürgerentscheid für oder gegen das geplante Gewerbegebiet Steinkrüger Koppel votieren oder genauer über den Bebauungsplan Büchen 67 entscheiden.

Die Befürworter des geplanten, zwölf Hektar großen Gewerbeareals zwischen Büchen und Müssen betonen den Wert von mehr wohnortnahen Arbeitsplätzen, wachsenden Steuereinnahmen zur Finanzierung der Infrastruktur wie auch die geplante Umwandlung eines ökologisch minderwertigen Maisackers in ein nachhaltiges Gewerbeareal plus Renaturierung eines benachbarten Bachlaufs der Steinau.

Der Einfluss der Gemeinde darauf, was für Unternehmen hier zum Zuge kommen, soll durch den Bebauungsplan und eine Fixierung der gemeindlichen Mitsprache in einem städtebaulichen Vertrag abgesichert werden.

Derartigen Zusicherungen schenken Gegner der Planung wenig vertrauen. So hat Wolfgang Pohle, Mitinitiator des Bürgerbegehrens, gefordert offenzulegen, wie denn konkret das Mitspracherecht der Gemeinde gestaltet werden soll, wenn die WFL die Flächenvermarktung übernimmt.

Wird Kampagne gegen den Entscheid geführt?

Der BUND-Mann wirft Verantwortlichen und „Gewerbelobby“ vor, eine Kampagne gegen den Bürgerentscheid zu führen. Die Verwendung des Begriffs Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Flächenverbrauch stelle eine dreiste Umkehrung der umweltpolitischen Bedeutung des Begriffs dar. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und die Vorgaben des Landes forderten doch eine massive Reduzierung des Flächenverbrauchs.

Renaturierung der Steinau nur mit Gewerbegebiet?

Dass die Befürworter zunächst von den Gegnern angeführte Argumente nun gegen die Kritiker ins Feld führen, ärgert den BUND-Mann. Hatte die Initiative die benachbarte Steinau zunächst als Argument gegen ein neues Gewerbegebiet ins Feld geführt, nennen die Befürworter die mit der Entwicklung des Gewerbegebietes vorgesehen Renaturierung des Teilabschnitts jetzt als Argument für die Umsetzung.

Es sei absurd, den Menschen weismachen zu wollen, die Renaturierung der Steinau sei nur in Verbindung mit einem neuen Gewerbegebiet möglich, kritisiert Pohle. Voraussichtlich wäre mit dessen Umsetzung aber zumindest die Finanzierung geklärt.

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