25. September 2021
Echo Wochenblatt

Aus für den Bürgerverein

Es fanden sich keine Bewerber für den Vorstand

Bürgermeister Norbert Lütjens dankt Ute Stimper für ihre Tätigkeit als Vorsitzende des Bürgervereins. Sie hätte gern weitergemacht, aber es fanden sich keine Mitstreiter. Foto: Retzlaff

Bürgermeister Norbert Lütjens dankt Ute Stimper für ihre Tätigkeit als Vorsitzende des Bürgervereins. Sie hätte gern weitergemacht, aber es fanden sich keine Mitstreiter. Foto: Retzlaff

SCHWARZENBEK Der Bürgerverein ist Geschichte, er wird aufgelöst. Das ist das Ergebnis der Abstimmung, die die Mitglieder vergangene Woche während der Jahresversammlung getroffen haben.
Über den Punkt 8 „Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins“ votierten die Mitglieder einstimmig mit „Ja“, bei einer Enthaltung. 41 der 245 Mitglieder des Vereins hatten sich im großen Saal in Schröders Hotel getroffen – in dem Bewusstsein, dass dies wohl die letzte Mitgliederversammlung nach 37 Jahren sein würde.
Der Grund für diese Entwicklung: Alle Vorstandsmitglieder traten bei der Wahl nicht wieder an und es gab keine anderen Kandidaten. Schon bei der Begrüßung war der Vorsitzenden Ute Stimper, die den Verein seit zwölf Jahren leitete, ihren Vorstandskollegen und vielen Mitgliedern die Trauer über diese Tatsache ins Gesicht geschrieben.

Seit 1984 aktiv

„Wenn Corona nicht wäre, würde ich jeden Einzelnen von Ihnen hier im Saal umarmen“, sagte Ute Stimper und sprach dann einige Anwesende an, beispielsweise Manfred Jacobsen vom Förderverein der Feuerwehr und Bürgermeister Norbert Lütjens, mit denen der Bürgerverein das beliebte und erfolgreiche Stadtvergnügen vorbereitete und durch-führte.
Norbert Lütjens trat dann ans Pult und würdigte mit herzlichen Worten die Arbeit des Vereins. Er sei 1984 gegründet worden, um sich dafür einzusetzen, dass das Verkehrschaos in der Stadt beseitigt wird. Die Mitglieder um den ersten Vorsitzenden Manfred Schulz kämpften für die Umgehungsstraße, die die Bismarckstraße vom Durchgangsverkehr entlastete und für den Bau der Brücke, die das Chaos vor der häufig geschlossenen Bahnschranke beendete.
Bei den Vorbereitungen für das Stadtfest habe er dann selbst die Begeisterung und die Energie des Bürgervereins erfahren, sagte er. Natürlich könne man so ein Stadtvergnügen auch kommerziell machen lassen. Aber es ginge ja nicht nur darum, so ein Fest zu haben. Die monatelange Vorbereitung durch den Verein, bei der viele Beteiligte aus anderen Vereinen am Tisch sitzen, sich um den besten Weg streiten und sich am Ende gemeinsam über das Ergebnis freuen – das schweißte viele Schwarzenbeker zusammen.

Dank des Bürgermeisters

So war es auch beim Maibaumfest, dem Literaturherbst, dem Weihnachtsmarkt und vielen anderen Aktivitäten, die der Bürgerverein organisierte. „Ich bedanke mich bei Ihnen herzlich für Ihre ehrenamtliche Arbeit“, sagte Lütjens und überreichte Ute Stimper einen Blumenstrauß. Sie hielt danach den Bericht des Vorstandes und ging auf die Situation des Bürgervereins ein. „Weil die meisten Vorstandsmitglieder um die 60 Jahre alt sind oder auf dieses Alter zusteuern, wollten wir die Geschicke des Vereins gerne in jüngere Hände geben. Ich hätte gern weitergemacht. Aber es gibt keine Kandidaten“, sagte sie.
Nun wird die Liquidation des Vereins eingeleitet.

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