30. April 2021
Bramfeld

Senatorin am Kriegerdenkmal

Baustart für Umgestaltung ist im Frühjahr 2022

Der Erfolg hat viele Väter und Mütter (v. l.): Marc Buttler (Vors. SPD Bezirksfraktion), Dennis-Paustian-Döscher (Bürgerschaft, Grüne), Regina Jäck (Bürgerschaft, SPD), Katharina Fegebank (Zweite Bürgermeisterin, Grüne), Julian Chiandone (Vors. Grünen-Bezirksfraktion) und Lars Pochnicht (Bürgerschaft, SPD) Fotos: tel

BRAMFELD Bei strahlendem Sonnenschein besuchte die Zweite Bürgermeisterin und Bezirkssenatorin, Katharina Fegebank, die Bramfelder Grünanlage am Alten Teich. Dort steht seit 1935 das sogenannte Kriegerdenkmal, ein überdimensionaler Soldat aus Granit in einem Halbkreis von Feldsteinbögen (Inschrift: „Unseren gefallenen Kameraden 1914–1918“). Die Anlage ist denkmalgeschützt. Die martialische Tradition will man jetzt mithilfe einer kommentierenden Ergänzung des Denkmals durchbrechen, zu der das Bezirksamt Wandsbek einen Wettbewerb ausgeschrieben hat – das Wochenblatt berichtete mehrfach.

Die Bezirkssenatorin kam jetzt mit der guten Nachricht, dass die Finanzierung gesichert sei – vorbehaltlich der Zustimmung durch die Hamburgische Bürgerschaft. „Ich bin begeistert, wie Senat und Bezirk gemeinsam für eine neue Inszenierung dieses Ortes gearbeitet haben. Das war hier lange ein Ort, an dem sich Neonazis versammelt haben. Mit der Kommentierung werden wir dies durchbrechen.“
Und die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Regina Jäck meinte: „Das umstrittene Kriegerdenkmal diente ausschließlich der Kriegsverherrlichung. Diesen toxischen Ort wollen wir durch eine Neugestaltung seiner Wirkung berauben.“ Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter und Mütter: Ausgehend von einer Idee und deren hartnäckiger Verfolgung durch den Arbeitskreis „Denk-mal“, richtete der Regionalausschuss der Bezirksversammlung eine überparteiliche Arbeitsgruppe ein, in der gemeinsam mit Vertretern des Arbeitskreises in einem harten Ringen der Text für die künstlerische Ausschreibung entwickelt wurde. Damit war der Gordische Knoten offensichtlich durchschlagen, denn bei der Bewertung der Einreichungen des sich anschließenden Wettbewerbs herrschte dann Einmütigkeit.

Zum Schluss gab es noch kleine Korrekturen am Entwurf der Bramfelder Innenarchitektin Alke de Luise und des Landschaftsarchitekturbüros HHVH, sodass die Kostenschätzung jetzt bei 440.000 Euro liegt: Davon kommen aus dem Sanierungsfonds der Bürgerschaft 260.000 Euro, 160.000 aus dem investiven Quartiersfonds sowie 20.000 aus bezirklichen Sondermitteln. Der Bau soll im kommenden Frühjahr erfolgen.

Die Wettbewerbssiegerin Alke de Luise aus Bramfeld

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