24. April 2021
Bramfeld

Ein Wald aus 55 Stelen

Denkmal am See gegen Kriegsverherrlichung kommt voran

Im Gespräch mit Bürgern: Wettbewerbssiegerin Alke de Luise (Mitte) in der Aula der Stadtteilschule Bramfeld im Mai 2019 Foto: tel

BRAMFELD Das Denkmal zum Bramfelder Kriegerdenkmal – es kommt voran. Auf der Stadtteilkonferenz haben die Bramfelder Innenarchitektin Alke de Luise – Siegerin des öffentlichen Ideenwettbewerbs – und der Landschaftsarchitekt Nicolaus von Hantelmann den schon beinahe finalisierten Entwurf für das kommentierende Denkmal vor dem Granitsoldaten von 1935 am Kleinen Bramfelder See vorgestellt.

Und nicht nur Detlef Hartmann vom initiierenden Arbeitskreis (AK) „Denk-mal“ („Hier entsteht ein neuer Ort der Besinnung am Alten Teich“) war offensichtlich zufrieden bis begeistert. Das Vordenkmal wird aus drei Elementen bestehen: einem barrierefreien, rund 26 Meter langen Steg aus strukturiertem Beton als Zugang vom Wanderweg über die sumpfige Wiese (De Luise: „Alle sollen den Platz ohne nasse Füße erreichen können.“); einer Plattform (Durchmesser rund neun Meter) mit umlaufender Bank zum Gedenken und Verweilen für alle Generationen; und einem rund 130 Quadratmeter großen Feld mit 55 hölzernen Stelen, die zwischen drei und sechs Meter Höhe erreichen. Die Stelen sind als ein Ausdruck von Krieg und Zerstörung in unterschiedlichem Maße geflammt und verwundet. Das Raffinierte an dem Entwurf: Aus unterschiedlichsten Perspektiven wird der alte Granitkrieger von den Stelen quasi eingerahmt. Diese Sichtbrechung zwingt den Betrachter quasi dazu, über die Szenerie nachzudenken. Das ist ganz im Sinne von Alke de Luise, denn es soll „ein Ort der Trauer und des Verstehens werden und ohne Worte funktionieren“. Das Ensemble wird – so weit möglich – graffiti- und vandalismusresistent ausgeführt. Die Kosten sind derzeit mit rund 320.000 Euro angesetzt. Wie der Bezirksabgeordnete Jan Otto Witt (Grüne) der Online-Versammlung kundtat, ist die Finanzierung des Projektes, das im Mai die Bürgerschaft passieren soll, „zu hundert Prozent gesichert“. Witt wird sich wohl zuvor mit dem haushaltspolitischen Sprecher der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, Dennis Paustian-Döscher, ausgetauscht haben. Die Verantwortlichen hoffen, das Projekt noch im laufenden Jubiläumsjahrs (750 Jahre Bramfeld) abschließen zu können.

Das Bramfelder Kriegerdenkmal von 1935 mit der Inschrift „Unseren gefallenen Kameraden 1914–1918“Foto: tel

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