3. April 2021
Bramfeld

Alles schneller mit RISE-Mitteln?

Unendliche Geschichte um Bramfelder Brücke

Brücke

Die morsche Fußgängerbrücke über den Bramfelder See war im Jahre 2015 aus Sicherheitsgründen gesperrt und dann abgetragen worden Foto: tel

BRAMFELD Und immer grüßt das Murmeltier: Im Herbst 2015 wurde die marode Fußgängerbrücke über den schmalen Seitenarm des Bramfelder Sees vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) wegen mangelnder Verkehrssicherheit abgetragen, und seitdem wird in den Wandsbeker Gremien der Lokalpolitik trefflich über einen Wiederaufbau diskutiert und gestritten.

So (natürlich) auch vor wenigen Tagen auf der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses. Dabei sind sich die Parteien längst einig, dass an gleicher Stelle ein neuer Übergang geschaffen werden soll. Es gibt sogar einen Beschluss der Bezirksversammlung zur Wiederherstellung der See-Querung.

Freilich nicht in Form einer (teuren) Holzbrücke, sondern mithilfe einer Betonröhre. Die Lokalpolitik hat auch zur Kenntnis genommen, dass die entsprechenden Arbeiten beim Bezirksamt gelistet sind, offensichtlich aber ziemlich weit unten. Um eine – dieser Tage so populäre – Priorisierung zu erreichen, kam man jetzt auf die Idee, das mit rund 65.000 Euro angesetzte Vorhaben teilweise aus Mitteln des RISE-Fonds (Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung) zu finanzieren. Der Hintergedanke: RISE läuft in diesem Jahr für Steilshoop endgültig aus. Will man RISE zur Finanzierung heranziehen, müsste man schon in diesem Jahr mit dem Bau beginnen. Diese Möglichkeit zu prüfen, gab der Regionalausschuss der Bezirksverwaltung einstimmig auf. Man darf gespannt sein, ob der „Trick“ funktioniert.

Kommentar: Eine BERige Brücke

Die knapp zehn Meter lange Holzbrücke, einst beliebte Abkürzung des Rundwegs um den Bramfelder See. Nach langer stiefmütterlicher Behandlung durch die Behörden, wurde sie im Jahr 2015 aus Sicherheitsgründen (oder besser: Haftungsgründen) zunächst gesperrt und kurz danach, weil keine Mittel zur Reparatur zur Verfügung gestellt wurden, abgerissen. Seitdem diskutiert die Wandsbeker Lokalpolitik über Sinn oder Unsinn der Anlage – sechs Jahre lang! Inzwischen weiß man nach Eingaben und Bürgerprotesten immerhin, in welcher Form die praktische Fußgängerpassage wiedererrichtet werden könnte: mit einer einfachen Betonröhre und etwas Erde drum herum. Abenteuerliche Zahlen kursieren da – es ist von 65.000 Euro Kosten die Rede. Kaum zu glauben. Wenn es in diesem Jahr nichts mehr wird mit dem Bau, kann man bald – zumindest was die Realisierungszeit anbetrifft – von einer BERigen Brücke sprechen. Warten wir‘s ab!

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