12. November 2022
Bille Wochenblatt

Zukunftsprojekt der EU endet

Ideen für Europas Städte Wie Bergedorf weiter von dem Projekt profitiert

Grafik: mysmartlife.eu

BERGEDORF Sechs Jahre lang haben sie zusammengearbeitet, um Zukunftsideen für Europas Städte zu entwerfen und Probleme zu lösen.

Wie können die Städte in allen Bereichen nachhaltiger, menschen- und umweltfreundlicher werden? Wo und wie können Energie und Emissionen eingespart werden, beispielsweise in Rathäusern und im Öffentlichen Nahverkehr? Wie lässt sich Mobilität besser gestalten? Um all das und mehr ging es in dem EU-Projekt MySmartLife, an dem Hamburg seit 2016 mit dem Bezirk Bergedorf als sogenannte Leuchtturmstadt teilnahm. Andere Leuchtturm-Städte waren Nantes in Frankreich und Helsinki in Finnland, zudem gab es drei „Follower Cities“ mit Bydgoszcz (Polen), Rijeka (Kroatien) und Palencia (Spanien).

Wertvolle Erkenntnisse

Nun ist das EU-Projekt abgeschlossen worden – und im Bergedorfer Stadtentwicklungsausschuss zog Thomas Jacob aus der Senatskanzlei ein positives Resümee. Denn es gibt wertvolle neue Erkenntnisse.

18,6 Millionen Euro hat sich die EU das Projekt kosten lassen, Hamburg trug dazu 5,3 Millionen Euro bei. Gemeinsam wurden in den Leuchtturm-Städten etliche Projekte angeschoben, wobei sie sich jeweils verschiedenen Aspekten desselben Themas widmeten und so viele wertvolle Daten zusammengetragen wurden.

Das wohl wertvollste Ergebnis sind viele Daten

So wurde beispielsweise bei der Beleuchtung im öffentlichen Raum experimentiert. Der eine nahm sich das Rathaus vor, der nächste Schulen oder öffentliche Wege. Mal waren es Lampen mit Sensoren oder ohne, mit früher Abschaltung oder eben nicht. Oder es ging um die „letzte Meile“, etwa um das bessere Organisieren der Paketzustellung. Auch der Nutzen von Wasserstoff beim Heizen wurde erforscht – am Bergedorfer Schilfpark, zusammen mit Gasnetz Hamburg.

Das eine herausragende Projekt gab es zwar nicht, dafür aber womöglich etwas Wertvolleres: „Die Daten“, stellte Referent Thomas Jacobs im Ausschuss fest. „Wo lohnt sich ein Umbau, wo nicht, was braucht andere Voraussetzungen, und wenn ja – welche: Die Daten zu diesen Projekten würden „zum Teil weiterverkauft“, so Jacobs und können nun anderen Städten als Blaupause dienen.

„Aber wie geht es nun weiter?“, wollte Petra Petersen-Griem von der SPD im Ausschuss wissen. Auch nach Abschluss des Projekts My-SmartLife gebe es weiter einen Austausch mit den anderen Städten, erklärte Thomas Jacobs. Und große Unternehmen wie etwa die Telekom würden ohnehin mit anderen Partnern und Städten zusammenarbeiten – auch ohne offizielles Projekt.

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