4. Februar 2021
Bille Wochenblatt

Wintergäste in Wald und Garten

Vogelexperte erklärt, welche Arten nun aktiv sind

Dr. Volker Sokollek kennt sich mit Vögeln aus. Er hofft, bald wieder Exkursionen anbieten zu können Foto: Schweers

Dr. Volker Sokollek kennt sich mit Vögeln aus. Er hofft, bald wieder Exkursionen anbieten zu können Foto: Schweers

REINBEK/AUMÜHLE Wer morgens früh das Haus verlässt, hört die ersten Vögel zwitschern. Bei Spaziergängen im Billetal und im Sachsenwald grüßen Dr. Volker Sokollek (72) heimische Arten ebenso wie Wintergäste aus dem hohen Norden.

„Sobald die Sonne scheint, muss man einfach rausgehen“, findet er. Wo die Tiere ihre Flügel bei Wind und Wetter eher ungern aufschlagen, werden sie bei Sonnenschein umso aktiver. Der Vogelexperte, der naturnah im Krabbenkamp lebt, weiß, welchen Arten wir jetzt entlang der Bille, in den Wäldern und Gärten begegnen. Obwohl so manch ein heimischer Vogel wie etwa die Amsel über den Winter verreist ist, lohnt sich gerade jetzt ein Waldspaziergang. Denn auf der Suche nach Früchten und Insekten sind auch einige Zugvögel aus Russland und Skandinavien unterwegs. In kahlen Baumkronen ist die Chance hoch, sie zu erspähen.

Bei seinem jüngsten Spaziergang war Volker Sokollek erstaunt, auf Erlenzeisige zu treffen. „Sie sind Wintergäste aus Skandinavien oder Sibirien. Man entdeckt meist recht wenige, aber ich habe eine Schar von acht Stück gesehen“, berichtet er. Wie es ihr Name verrät, haben sie es auf Erlen abgesehen: „Sie picken die kleinen Zäpfchen, also die Fruchtstände der Bäume“, so Sokollek. Der Erlenzeisig ist etwas kleiner als eine Blaumeise. Besonders hübsch anzusehen sind die Männchen mit ihrem gelb-grünlichen Gefieder.

Ein typischer Besucher ist auch der Bergfink aus Skandinavien mit seinem orangefarbenen Gefieder an Brust und Schulter. Dass es dieses Jahr doch recht wenig seien, hänge vermutlich mit der Nahrungssituation zusammen, so Sokollek. Bergfinke speisen gern Bucheckern, wovon es in diesem Jahr recht wenige gebe. Auch die ursprünglich skandinavische Wasser-amsel sei gerade im Norden Deutschlands unterwegs. Das kleine Kerlchen mit seiner weißen Brust bevorzugt stark bewegte Gewässer, sagt Sokollek. Leibspeise der Wasseramsel: die Larven der Köcherfliege, die sich im Wasser entwickeln.

Viele heimische Vögel sind das ganze Jahr über bei uns. In seinem Garten sieht und hört Volker Sokollek beispielsweise den Grünfink: „Er balzt mit einem Trällern, das klingt ganz nett.“ Ganzjährig anzutreffen sind auch Zaunkönige, Spechte, Rotkehlchen, Spatzen und Gimpel – beliebt bei Fotografen.

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