14. Januar 2023
Wiershop

Wird Kurve von Wiershop sicherer?

Bürgermeister Hans-Ulrich Jahn kämpft seit mehr als 30 Jahren für einen Umbau

Durch die Abflachung der Kurve von L219/L205 und K64 am Ortseingang von Wiershop soll die Verkehrssituation im Ort sicherer werden. Bürgermeister Hans-Ulrich Jahn kämpft seit 32 Jahren darumFoto: Schulz

WIERSHOP Es vergeht keine Woche, in der Heike Wendtlandt nicht mindestens einmal quietschende Reifen vor ihrer Haustür hört. „Erst letzte Woche hat es ein Autofahrer noch gerade so geschafft anzuhalten“, berichtet die Wiershoperin.

Doch so glimpflich blieb es nicht immer in den 15 Jahren, in denen sie genau in der abknickenden Vorfahrt am Ortseingang wohnt.

Zweimal geriet das Schild mit den roten Abbiegepfeilen vor ihrem Haus in Mitleidenschaft, weil ein aus Richtung Kollow kommender Wagen auf der abschüssigen Straße nicht rechtzeitig zum Stehen kam. Einmal verhinderte nur die kleine Backsteinmauer, dass ein Auto in ihrem Vorgarten landete.

„Es bleibt ein mulmiges Gefühl. Bis jetzt waren es nur Pkw. Ich möchte mir aber nicht ausmalen, wenn mal etwas mit einem Lkw passiert“, sagt Wendtlandt. Noch einmal doppelt so lange, wie sie im Ort wohnt, bemüht sich Bürgermeister Hans-Ulrich Jahn für mehr Sicherheit in der rund 210 Einwohner zählenden Gemeinde. „Seit ich Bürgermeister bin, kämpfe ich darum“, betont Jahn. Er ist seit 1990 im Amt.

Doch jetzt soll das Bangen für Heike Wendtlandt bald ein Ende haben. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) plant eine Abflachung der Kurve im Bereich des Knotenpunktes, an dem die L205 aus Geesthacht, die L219 nach Kollow und die Dorfstraße K74 aufeinandertreffen. Dann müssen laut Planungsskizze die Verkehrsteilnehmer in etwa im Scheitelpunkt der Kurve nach rechts beziehungsweise links abbiegen, um nach Wiershop zu gelangen. Dann wäre zudem die Gefahr beseitigt, die Bürgermeister Jahn am meisten Sorgen bereitete: dass aus Geesthacht kommende Autofahrer fast ungebremst in den Ort rasen.

Das gelbe Schild, das den Ortseingang und den Beginn von Tempo 50 markiert, steht zwar gut 100 Meter vor der abknickenden Kurve, doch wer geradeaus durch Wiershop etwa nach Gülzow will, reduziert häufig erst auf der Dorfstraße merklich seine Geschwindigkeit. Das wissen Ortskundige seit Langem. „Die rasen hier rein wie verrückt“, bestätigt Heike Wendtlandt.

„Trotzdem hat das Land lange keine Notwendigkeit für die Kurvenabflachung gesehen“, berichtet Hans-Ulrich Jahn, der die ABWW vertritt, die Allgemeine Bürgerliche Wählergemeinschaft Wiershop. Die Begründung war, dass es sich um keinen Unfallschwerpunkt laut Polizeidefinition handelt. Dafür muss es an einer Stelle fünfmal im Jahr aus dem gleichen Grund zu einem Unfall kommen.

Nun aber ist die Maßnahme in den letzten Zügen der Genehmigung. „Derzeit werden die Unterlagen für die erforderlichen wasserrechtlichen und umweltrelevanten Genehmigungen erstellt. Der LBV.SH befindet sich hierzu in direkten Abstimmungen mit den zuständigen Behörden des Kreises Herzogtum-Lauenburg“, teilt der LBV.SH auf Anfrage mit.

Der LBV.SH beziffert die Kosten nach einer ersten Schätzung auf circa 600.000 Euro, sagt aber auch: „Vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges und den damit verbundenen wirtschaftlichen Entwicklungen ist allerdings davon auszugehen, dass die Kosten höher ausfallen werden.“
Der weitere zeitliche Ablauf hänge vom Vorliegen der erforderlichen Genehmigungen und einer Einigung mit den Grundstückseigentümern ab. Der letzte Punkt ist derweil ein Selbstgänger. „Der betroffene Acker gehört der Gemeinde“, sagt Jahn, der aus seiner langjährigen Erfahrung in der Kommunalpolitik weiß, dass man einen langen Atem braucht. „Die Radwege nach Geesthacht und Gülzow waren auch 20-Jahres-Projekte“, sagt der Bürgermeister.

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