9. Oktober 2021
Bille Wochenblatt

Von der Kunst, über das Leben zu reden

Kulturistenhoch2 stellen Spiel für Alt & Jung vor

Ursula Steinke (83) aus Lohbrügge und Julius Pinsdorf (17) aus Altengamme haben sich gerade erst durch das Kultur-Dialog-Spiel kennen gelernt und verstehen sich schon prächtig Foto: Klotz

Ursula Steinke (83) aus Lohbrügge und Julius Pinsdorf (17) aus Altengamme haben sich gerade erst durch das Kultur-Dialog-Spiel kennen gelernt und verstehen sich schon prächtig Foto: Klotz

HAMBURG Alt und Jung verbinden und miteinander ins Gespräch bringen – das haben sich die Kulturistenhoch2 (KH2) auf die Fahnen geschrieben, die in allen sieben Hamburger Bezirken aktiv sind. Jetzt stellten sie im Museum für Hamburgische Geschichte ihr neues Spiel vor.
Die ausgerollten roten Spielfelder vor sich, saßen sich an diesem Abend fünf Teams aus Alt und Jung gegenüber, um „KH2 spielt!“ zu testen. Dass das „Spiel für Miteinander und bereichernde Begegnungen“, wie es im Untertitel heißt, ein voller Erfolg werden würde, war schon nach wenigen Minuten an der Geräuschkulisse zu hören. Überall entspannen sich trotz – oder gerade wegen – des enormen Altersunterschieds sofort angeregte Gespräche zwischen den Spielpartnern.
Wie der Würfel es wollte, begaben sich die Teams mit ihren Spielfiguren entweder ins Theater oder Konzert, zu einer Performance oder Ausstellung – und auf eine persönliche Entdeckungsreise in ihre Leben zugleich. Angeregt durch die Fragekärtchen, die nach und nach gezogen wurden, unterhielten sie sich bald nicht mehr ausschließlich über Kultur, sondern kamen darüber spielerisch auch auf Persönliches und Privates aus ihrem Leben zu sprechen. Entdeckten Gemeinsamkeiten oder Unterschiede. Am Ende des Spiels winken Kulturhighlights von Künstlern wie Schauspielerin Barbara Auer oder Opernsängerin Franziska Buchner, die eigens für KH2 Filme erstellt hatten, die auf Smartphone oder Tablet angesehen werden können.
Die Spieler waren begeistert. „Wir beide kannten uns vorher nicht, aber Julius und ich verstehen uns sehr gut“, sagte Ursula Steinke (83) aus Lohbrügge. Und der 17-jährige Luisenschüler Julius Pinsdorf aus Altengamme meinte: Wir haben festgestellt, dass wir beide über unsere Großeltern zur Kunst und Kultur kamen. Das Spiel gefällt mir, weil es generationenübergreifend ist.“ Entwickelt hat es Georg Pohl, finanziert wurde es u.a. durch den Fonds Soziokultur e.V. „Die Idee kam uns zum 5. Jubiläum von KH2. Das Spiel setzt auf die verbindende Kraft von Kunst und Kultur und transportiert unsere Kernwerte, denn es fördert das Verständnis zwischen den Generationen“, sagt Christine Worch, Gründerin von KH2, Initiative der Stiftung Generationen-Zusammenhalt. Zunächst wurde das Dialog-Spiel in einer Auflage von 300 Stück produziert. Nun soll es überarbeitet und digitalisiert werden.

Mehr Infos: kh2spielt.de

AUF EIN WORT Auch ich habe KH2spielt! ausprobiert, zusammen mit der Mezzosopranistin Franziska Bucherer (siehe unten links). Es hat großen Spaß gemacht. Wir haben nur die erste Etappe geschafft, so angeregt haben wir uns dabei unterhalten. Und mir nichts, dir nichts ein paar „Geheimnisse“ ausgetauscht. So einfach ist das. Überhaupt kann Spielen eine große Bereicherung sein. Wie neulich an den Hüttenabenden während unseres Wanderurlaubs. Fernseher gab es keinen. Aber wir hatten ein Kartenspiel dabei und amüsierten uns bestens. Meine Empfehlung im Herbst: Mehr Spiele spielen – das hebt die Laune!

KH2-Gründerin Christine Worch (li.) und Opernsängerin  Franziska Buchner Foto: Klotz
KH2-Gründerin Christine Worch (li.) und Opernsängerin
Franziska Buchner Foto: Klotz

Auch interessant