24. April 2021
Rosengarten

„Ingrid-Marie“ ist Apfel des Jahres

Kiekeberg bewahrt historische Apfelsorten für die Nachwelt

Vor der Pflanzung der „Ingrid-Marie“ beschneidet der Pomologe und Fachautor Eckart Brandt die BaumkroneFoto: FLMK

Vor der Pflanzung der „Ingrid-Marie“ beschneidet der Pomologe und Fachautor Eckart Brandt die Baumkrone Foto: FLMK

ROSENGARTEN-EHESTORF „Ingrid-Marie“ heißt der „Apfel des Jahres“ 2021. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg hat die mehr als hundert Jahre alte Apfelsorte zusammen mit dem BUND Hamburg am 13. April in den Landwirtschaftlichen Entdeckergarten gepflanzt.
„Wir bewahren neben alten Gebäuden und Haustierrassen auch historische Obst- und Gemüsesorten für zukünftige Generationen“, erklärt Museumsdirektor Stefan Zimmermann. „In unserem Landwirtschaftlichen Entdeckergarten wachsen auf vier Hektar über 300 Obstbäume, darunter mehr als 70 verschiedene Sorten.“
Apfelexperte Eckart Brandt erzählt: „Vor über 100 Jahren entdeckte der Lehrer K. Madsen auf einer dänischen Insel die Apfelsorte und benannte sie nach seiner Tochter ‚Ingrid-Marie‘. Ab den 1960er Jahren gab es die Apfelsorte häufig in Norddeutschland. Der Apfel gedeiht an kühlen und feuchten Standorten wie der Niederelbe. Heute ist er kaum noch zu finden. Das zunehmend wärmere Klima verträgt der Apfelbaum nicht gut und wurde im Handel von Sorten verdrängt, die süßer, ertragreicher und länger zu lagern sind. Ingrid-Marie hat ein süßsaures Aroma und eine rote Schale.
„Nicht nur alte Obstsorten verschwinden: die Hälfte der Wildbienenarten ist vom Aussterben bedroht. „Belassen wir Totholz und Höhlungen an älteren Obstbäumen, entsteht auch ein Unterschlupf für Insekten und Vögel. Im eigenen Garten können wir die Arten gut mithilfe von Insektenhotels beobachten“, empfiehlt Gudrun Hofmann, Biologin vom BUND Hamburg. Und Museumsgärtner Matthias Schuh rät: „Einfach mal nix im Garten machen und Wildwuchs zulassen!“

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