12. November 2022
Nettelnburg

Sie will Nettelnburg aufmischen

Lucia Grope (29) ist die neue Pastorin in der Bugenhagen-Kirchengemeinde

Lucia Grope ist die neue Pastorin für die Bugenhagen-Kirchengemeinde in Nettelnburg Foto: Pöhlsen

NeTTELNBURG Die Bugenhagen-Kirchengemeinde hat eine neue Pastorin, die für den sprichwörtlichen frischen Wind unter den Evangelisch-Lutherischen in Nettelnburg sorgen dürfte.

Lucia Grope gehört zu einer jungen Generation von Seelsorgenden, die mit eigenen Ideen „die gute Botschaft neu in die Welt bringen will“. Denn für sie ist es „ganz klar. Es braucht neue Impulse in unserer Kirche.“

Innovation in der Kirche

Für Lucia Grope ist es die erste Station nach dem Vikariat in der Kirchengemeinde Eimsbüttel. Ihr zweites theologisches Examen hat sie „exzellent“ absolviert, wie im Bugenhagen-Gemeindebrief zu lesen ist. In Eimsbüttel hat sie vornehmlich Konfirmandenunterricht gegeben, sich um junge Erwachsene und Innovationen gekümmert. Was Innovation in der Kirche bedeuten kann, erläutert sie an dem Beispiel der Veranstaltungsreihe „Yoga und Wein“.

Ausgebildete Yogalehrerin

Yoga ist ihr Lieblingssport, und ihre Anleiterin ist ausgebildete Yogalehrerin, also hat sie ein Angebot im Gotteshaus organisiert. „Das ist gut angenommen worden. Wir hatten immer 20 bis 30 Teilnehmer“, berichtet die junge Pastorin. Abschließend gab es ein Beisammensein mit Wein, nicht-alkoholischen Getränken und Snacks. „Dabei entwickelten sich intensive Gespräche. Junge Leute haben Fragen an das Leben. Sie wollen wissen, wer Gott ist“, charakterisiert sie das niederschwellige Angebot. „Das war gelebte Spiritualität.“ So ein Angebot passe nach Eimsbüttel, jedoch nicht nach Nettelnburg, meint Lucia Grope. Welche Innovationen in ihrer neuen Pfarrei funktionieren können, will sie im Kontakt mit den Menschen herausfinden.

Spannend ist für sie der Prozess der Bildung eines Pfarrsprengels aus den fünf Bergedorfer Gemeinden Petri und Pauli, St. Michael, Bergedorf Marschen, Christuskirche und Bugenhagen. Das Projekt ist Ausdruck des Sparzwangs, unter dem die Nordkirche angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen steht. Doch Lucia Grope sieht das Positive in dem Pfarrsprengel und hat „Lust, hier Neues auszuprobieren und das Projekt zu beleben“.

Ihr Weg in die Kirche begann nach der Konfirmation in Fischbeck, einem Stadtteil in der niedersächsischen Stadt Hessisch Oldendorf im Landkreis Hameln-Pyrmont. Sie engagierte sich in der Jugendarbeit, wobei der Pastor seine jugendlichen Teamer förderte und ihnen viel Freiraum für Eigeninitiativen ließ.

In wichtigen Punkten des Lebens begleiten

„Er hat immer gesagt, ,Pastor ist der geilste Job der Welt’“, erinnert sie sich lachend. Pastoren würden die Menschen an allen wichtigen Punkten ihres Lebens begleiten. Diese Arbeit sei total wertvoll, der Pastor könne totale Zufriedenheit finden.

„Ich will das ausprobieren“ – mit diesem Gefühl begann sie 2012 das Studium an der Universität Hamburg. Aus der Idee wurde ein konkretes Ziel. Lucia Grope wechselte aus der Landeskirche Hannover in die Nordkirche. „Die Nordkirche gibt Statements ab und artikuliert sich politisch. Das hat mich begeistert.“

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