5. Juni 2021
Kirchwerder

Sie halten Trabis und Co. in Schuss

Ostschrott-Kollektiv sucht einen trockenen Ort

Trabi

Christopher Schiewelbein aus Kirchwerder (l.) ist Vorsitzender vom „Ostschrott Kollektiv“ Foto: privat

KIRCHWERDER Ihr Herz schlägt für Oldtimer. Dabei kommt es ihnen allerdings nicht auf viel PS oder eine ausgefallene Karosserie an. Sondern für sie zählt nur eines: Die Fahrzeuge müssen einst in der DDR gebaut worden sein.

Trabant, Wartburg oder Simson – das sind die Fabrikate, die ihr Herz höherschlagen lassen: „Wir sehen sie als Zeugnis der Zeitgeschichte und möchten sie als Kulturgut erhalten“, erklärt Christopher Schiewelbein aus Kirchwerder. Er wurde in der DDR geboren. Und die Fahrzeuge aus seinen Kindheitstagen haben es ihm angetan.

Zwei Trabis – ein Kombi und eine Limousine – sowie ein Simson-Moped gehören zu Christopher Schiewelbeins Fuhrpark. Der 36-Jährige ist Vorsitzender vom „Ostschrott Kollektiv“. 40 Mitglieder aus dem Norden haben sich dort zusammengefunden. „Alle besitzen im Durchschnitt zwei Fahrzeuge“, sagt Christopher Schiewelbein.

Überdachter Platz dringend gesucht

Im Landgebiet sind nicht nur „Rennpappen“, wie der Trabi im Volksmund liebevoll genannt wird, beliebt. Neben rund zehn Trabanten sind auch einige Simson-Mopeds unterwegs, unverkennbar am Geräusch und Geruch. Neben dem Fahrspaß schätzen ihre Besitzer aber vor allem die Einfachheit. „Alles ist übersichtlich, funktional und ohne viel Elektro-Schnick-Schnack wie bei heutigen Modellen. ,Ostschrott‘ entschleunigt, was in der heutigen Zeit gut tut.“, Doch häufig sehe man den Fahrzeugen ihr fortgeschrittenes Alter an, gebe es Restaurationsbedarf. Denn die Anschaffung wird teurer, für weniger als 2000 Euro gibt es meist nur noch Bastlerware. Waren Trabants nach der Wende praktisch wertlos, werden heute für gut erhaltene Modelle meist um die 5000 bis 6000 Euro verlangt.

Doch zum Basteln fehlt den Ostfahrzeug-Liebhabern ein geeigneter Ort: „Für langwierigere Arbeiten an Karosserie oder Lack bräuchten wir einen überdachten Platz, wo die Fahrzeuge auch mal aufgebockt stehen gelassen werden können“, sagt Christopher Schiewelbein.

Infos und Kontakt unter www.ostschrott.de

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