24. Juli 2021
Kirchwerder

Feuerwache zu verkaufen

Ensemble mit zwölf Meter hohem Schlauchturm sucht neuen Besitzer

Turm

Die alte Feuerwache am Kirchwerder Elbdeich ist einmalig in ganz Hamburg. Nun steht sie zum Verkauf Foto: Schubert

KIRCHWERDER Die Anzeige war wenige Tage auf dem Markt, schon hatten sich viele Menschen gemeldet, die Interesse daran haben, die alte Feuerwache am Kirchwerder Elbdeich 201 zu kaufen. „Wer träumte als Kind nicht davon, ein Feuerwehrmann zu sein? Nun ist dieser Traum zum Greifen nah“, warb Makler Engel & Völkers für das 1908 errichtete Gebäude, das für 145.000 Euro verkauft werden soll.

Dabei ist die 94 Quadratmeter-Nutzung auf dem nur 134 Quadratmeter großen Grundstück eingeschränkt – auch wenn das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht. Hier zu wohnen ist nicht erlaubt, auch ist es keine ausgewiesene Gewerbefläche: „Eine Airbnb-Ferienwohnung geht zum Beispiel nicht, das wäre eine Zweckentfremdung“, sagt Makler Matthias Conze. Er habe einen Interessenten, den vor allem die 55 Quadratmeter große Garage als Lagerraum reizt. Auch findet sich hier ein Badezimmer mit Duschmöglichkeit.

Die Besonderheit der alten Feuerwache ist indes der etwa zwölf Meter hohe Schlauchturm mit drei Ebenen von je 13 Quadratmetern. Hier hat es sich der Fotograf, Journalist und Maler Achim Sperber gemütlich gemacht, als er das Ensemble vor knapp 30 Jahren kaufte – im April 1972 weihte die Feuerwehr ihre neue Wache am Sander Deichweg ein. Wer heute das Fotoatelier und die Galerie bewundert, kommt über eine Stahlleiter zur obersten Etage, wo ein Flaschenzug und der alte Balken daran erinnern, dass hier die Löschschläuche der 1890 gegründeten Wehr getrocknet wurden.

Einmalig in Hamburg

„Das ist eine einmalige Immobilie, die es so weiter nicht in Hamburg gibt“, schwärmt Verkäufer Sperber. Fast jeder Vier- und Marschländer kennt den 70-Jährigen, der von unzähligen Reisen zu berichten weiß und auch selbst Reiseführer schrieb. Seine Eindrücke hielt er fotografisch fest: „Ich habe eine halbe Million Dias und jedes einzeln beschriftet“, erzählt Achim Sperber. Wo er die nun künftig aufbewahrt, weiß er noch nicht. Wohl aber habe er bereits einige alte Exemplare aussortiert: „Aus denen möchte ich ein sechs Meter hohes Bilderwerk machen und vielleicht in einem Museum oder in einer Galerie ausstellen.“ Denn die ehrgeizigen Ideen mögen ihm „in den nächsten zehn Jahren noch nicht ausgehen“.

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