19. Juni 2021
Friedrichsruh

Spannende Fakten an historischem Ort

Sonderausstellung zur Reichsgründung

Dr. Maik Ohnezeit, der die Ausstellung kurariert hat, und Natalie Wohlleben, Sprecherin der Otto-von-Bismarck-Stiftung, vor dem Bismarck-Museum in Friedrichsruh Foto: Klotz

Dr. Maik Ohnezeit, der die Ausstellung kurariert hat, und Natalie Wohlleben, Sprecherin der Otto-von-Bismarck-Stiftung, vor dem Bismarck-Museum in Friedrichsruh Foto: Klotz

FRIEDRICHSRUH Vor 150 Jahren wurde der deutsche Nationalstaat gegründet. Ein Datum, an dem auch die Otto-von-Bismarck-Stiftung nicht vorbeikommt. Sie eröffnet am Sonntag, 20. Juni, im Bismarck-Museum in Friedrichsruh ihre Sonderausstellung zum Thema „1870/71. Reichsgründung in Versailles“.
Normalerweise ist die Familie Bismarck verantwortlich für alles, was die Besucher im Bismarck-Museum in Friedrichsruh bei ihrem Rundgang durch die Räume erwartet. Neben Säbeln, Kleidung und Orden des berühmten Staatsmannes Otto von Bismarck gehört auch sein Arbeitszimmer dazu.
Nun ist in dem historischen Fachwerkhaus direkt gegenüber vom Schloss auch die aktuelle Sonderausstellung untergebracht. Sie beleuchtet jenseits jeglicher Heldenverehrung historische Prozesse und entwirft ein differenziertes Bild von der Zeit der Reichsgründung.
Auf relativ überschaubarer Fläche hat Dr. Maik Ohnezeit, der die Ausstellung kuratiert hat, sehr viel Geschichte untergebracht. Neben dem berühmten Gemälde der Kaiserproklamation und dem Reichswappen sind dort unter anderem auch ein Napoleonportrait, ein Stuhl und ein Tisch vom Vorfrieden in Versailles und ein französisches Schnellfeuergeschütz aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zu sehen.
Neben diesen optischen Highlights sorgen Originaldokumente und gut gemachte Begleittexte für aufschlussreiche Hintergrundinformationen und liefern – auch Schulklassen – einen guten Einblick in die Zeit der Reichsgründung. Wer möchte, kann die Bilder, Karikaturen und historischen Fotografien auf sich wirken lassen. Ein eigener Raum ist dem Thema „Versailles“ als Begegnungsort der Deutschen und Franzosen gewidmet – vom Schauplatz der Niederlage und Demütigung zum Symbol der deutsch-französischen Freundschaft. „Wir haben immer im Hinterkopf, dass wir zu Europa gehören“, sagt Natalie Wohlleben, Sprecherin der Otto-von-Bismarck-Stiftung.
Ein Teil der Ausstellung ist übrigens im Friedrichsruher Bahnhof zu sehen, in dem die Stiftung ihren Sitz hat. Hier geht es um die Aspekte Rezeption und Erinnerung. „Eine einheitliche Sicht gibt es nicht“, fasst Dr. Maik Ohnezeit zusammen. „Im Gegenteil, es geht rauf und runter mit der Erinnerung. Was wir in der Ausstellung wiedergeben, sind Fakten und der aktuelle Stand der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem kontrovers diskutierten Thema.“

Die Eröffnung der Ausstellung wird am Sonntag, 20. Juni, um 11 Uhr live im Internet übertragen und ist zu sehen auf dem Youtube-Kanal der Otto-von-Bismarck-Stiftung, YouTube-Kanal Abendblatt TV und Facebook-Kanal der Bergedorfer Zeitung. Die Ausstellung läuft vom 22. Juni bis zum 14. November und ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, ab Oktober von 10 bis 16 Uhr bei freiem Eintritt in Friedrichsruh zu sehen. Virtueller Rundgang: www.bismarck-stiftung.de

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