7. Mai 2022
Curslack

Alles Aberglaube in der Scheune?

Torkild Hinrichsen hat die neue Bürgerausstellung im Rieck-Haus gestaltet

Torkhild

Torkild Hinrichsen (hier mit Donnerkeil) geht dem Aberglauben auf den Grund Foto: Diekmann

CURSLACK Mit dem linken Bein aufgestanden, schwarze Katze von rechts, unter einer Leiter durchgegangen, dann noch einen Spiegel zerschlagen: Für viele Menschen ist dann nicht nur der Tag gelaufen, sondern sie haben sich auch noch mindestens sieben Jahre Unglück ins Haus geholt.

Doch woher stammt der irrationale Glaube an derlei Bedeutungszusammenhänge? Torkild Hinrichsen ist verschiedenen Riten auf den Grund gegangen und lüftet nun das Geheimnis der Dinge hinter den Dingen: Die neue Bürgerausstellung „Aberglaube – aber Glaube?“ ist in der Scheune des Freilichtmuseums Rieck-Haus (Curslacker Deich 284) zu sehen.

Jeder „glaubt“ an etwas

„Wer den Aberglauben in die Antike oder das Mittelalter datiert, der irrt. Auch in Zeiten der Rationalität hat das Irrationale seinen Raum“, stellt Torkild Hinrichsen fest. Noch heute würden viele Menschen kleine Riten pflegen, die Glück vor Prüfungen bringen sollen oder Unglücke fernhalten. Ebenso würden auch heute noch technische Neuerungen mit Verschwörungstheorien belegt und skeptisch betrachtet. „Wenn man mal in sich hineinhört, dann wird wohl jeder etwas finden, an das er glaubt“, ist der Kunsthistoriker und ehemalige Direktor des Altonaer Museums überzeugt. Aber verraten wird das natürlich nicht: „Denn dann wirkt es ja nicht mehr“, sagt Torkild Hinrichsen mit einem Augenzwinkern.

Im Laufe der vergangenen Jahre, in denen sich Hinrichsen stets mit Kunst- und Kulturgeschichte beschäftigte, seien ihm so nebenbei zahlreiche Phänomene begegnet, berichtet der 74-Jährige aus Kirchwerder. Gut 200 Phänomene hat er gesammelt, 250 Fotos dazu selbst gemacht, die er eigentlich in einem Buch veröffentlichen wollte. Doch dann kam die Corona-Pandemie und der Verlag war nicht mehr an Aberglaube interessiert. Also hat Hinrichsen daraus eine Ausstellung entwickelt: Darin schaut er in verschiedenste Epochen und hat ein ganzes Kuriositätenkabinett von Beobachtungen in alphabetischer Reihenfolge von A wie Alraune bis Z wie Zaunkönig zusammengetragen.

Die Ausstellung in der Scheune ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Rieck-Hauses (Curslacker Deich 284 ) zu sehen: Dienstag bis Sonntag von 11.30 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro für Erwachsene, ermäßigt 3 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre frei

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