30. April 2021
Boberg

„Natur schützen statt Radwege sanieren“

„Natur schützen statt Radwege sanieren“

Stellt die Schönheit dieses Naturschutzgebiets heraus: Andreas Czaja möchte die Boberger Niederung am liebsten so erhalten, wie sie ist Foto: Jan Schubert

Stellt die Schönheit dieses Naturschutzgebiets heraus: Andreas Czaja möchte die Boberger Niederung am liebsten so erhalten, wie sie ist Foto: Jan Schubert

BOBERG Es ist seit Jahren seine liebste Laufstrecke: Startpunkt ist für Andreas Czaja wie für viele andere Freizeitjogger der Parkplatz an den Tennisplätzen am Moosberg, die dem TC Blau-Weiß Lohbrügge gehören. Dann geht es durch eine beeindruckende Naturkulisse für den 58-Jährigen bis zur Höhe Boberger Segelflugplatz und Badesee und wieder zurück. Bummelig zehn Kilometer bewältige er zwei- bis dreimal die Woche, erzählt Czaja, der jedes Mal aufs Neue überwältigt ist. Doch nicht nur dem 58-Jährigen missfällt das Verhalten einiger Mitmenschen und die Pläne, marode Wege für Radfahrer und Spaziergänger zu sanieren.
Czajas Credo lautet stattdessen: „Lieber die Natur erhalten und schützen. Eine Sanierung der unbefestigten Wege ist unnötig und rausgeschmissenes Geld.“ Zwar solle jeder an dem Naturschauspiel partizipieren, doch die Ignoranz gegenüber gewissen Regeln geht für den Lohbrügger gar nicht. Es werde gefeiert, der Müll aber nicht weggeräumt.
Größere Sorgen bereiten den Naturgenießern zudem Pläne, wonach marode Asphaltwege auf Vordermann gebracht werden sollen. Zuletzt beklagten Radler und Wanderer aber genau den maroden Zustand der befestigten Rad- und
Wanderwege in der Boberger Niederung. Diese Rumpelpisten seien besonders für Familien mit Kinder-
wagen oder mobil beeinträchtigte Menschen höchst problematisch. Mittlerweile soll es Gespräche zwischen Bezirks-amt und Verkehrsbehörde gegeben haben, eine Sanierung könnte in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres angegangen werden.
Wer aber sorgt dafür, dass sich die Besucher der Boberger Niederung stärker an die Spielregeln halten? Andreas Czaja und andere dürfte es gefallen, dass die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft spezielles Augenmerk auf die Boberger Niederung mit ihren ab Juni verfügbaren zehn Rangern legt. Die Ranger sollen ab der zweiten Jahreshälfte im Einsatz sein.

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