5. Juni 2021
Bergedorf

Zugausfälle und Umleitungen

Bahn AG investiert 100 Millionen Euro

Bahn

Die Deutsche Bahn AG erneuert zwischen Hamburg und Berlin die Gleise Foto: Oliver Lang/DB

BERGEDORF/BÜCHEN/SCHWARZENBEK Im Herbst ruht der Fernverkehr auf der Bahnstrecke Bergedorf, Schwarzenbek und über Büchen hinaus weitgehend. EC/IC fahren über viele Wochen nicht, die ICE zwischen Hamburg und Berlin sollen vom 11. September bis 11. Dezember über Uelzen und Stendal umgeleitet werden. Grund: Die Bahn AG investiert etwa 100 Millionen Euro in den Trassenabschnitt zwischen Büchen und Berlin-Spandau.

Der Aufwand ist immens. Auf etwa 200 Kilometer werden die Schienen ausgetauscht, dazu 24 Weichen. Hinzu kommen etwa 15.000 neue Schwellen und rund 30.000 Tonnen Schotter, die mit schweren Maschinen verlegt werden. Nach der deutschen Wiedervereinigung war die etwa 290 Kilometer lange Gesamttrasse in zwei Schritten erst grundlegend saniert und dann zwischen 2000 und 2004 für eine Geschwindigkeit von Tempo 230 ausgebaut worden.

Für die ICE wird sich die Fahrzeit zwischen Elbmetropole und Hauptstadt im Herbst um etwa 50 Minuten verlängern. Dies sei bereits in den Fahrplänen berücksichtigt, teilt die Bahn AG mit. Warum nur die ICE über die Südtrasse umgeleitet werden, die teilweise auch in Bergedorf und vor allem in Büchen haltenden IC aber komplett entfallen, begründet die Bahn mit Kapazitätsproblemen.

„Die Strecke Uelzen-Stendal ist eingleisig und damit ist die Streckenkapazität gegenüber einer zweigleisigen Strecke eingeschränkt“, so eine Bahnsprecherin. Für mehr als eine stündliche ICE-Linie reiche die Trasse nicht, „für weitere ICE- oder IC/EC-Linien stehen keine Kapazitäten zur Verfügung“.

Eine Folge: Fernreisende, die bislang mit EC oder IC direkt nach Dresden, Prag oder Budapest gereist sind, können jetzt mit dem teureren ICE über die Südtrasse nach Berlin gelangen, müssen dann dort umsteigen. „Die Reisezeiten von Hamburg nach Dresden oder Prag verlängern sich mit dem Umstieg in Berlin um etwa 30 Minuten“, so die Bahnsprecherin.

Schienenersatzverkehr

Wer mit dem Zug im Herbst Richtung Schwerin, Rostock oder weiter nach Vorpommern an die Ostsee möchte, muss auf Busse umsteigen. Bis 31. Oktober sollen zwischen Hamburg über Rostock bis Stralsund und Rügen keine Züge verkehren, danach mit „angepassten Fahrzeiten“.

In Teilen aufrecht erhalten will die Bahn AG den Regionalverkehr. So soll der Regionalexpress 1 zwischen Bergedorf, Büchen bis Rostock „weiterhin im Zwei-Stunden-Takt“ verkehren, bis Schwerin zeitweise im Stundentakt. Zwischen Schwarzenbek über Büchen bis Hagenow-Land müsse jedoch wegen Zugausfällen zeitweilig auf Busersatzverkehr ausgewichen werden.

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