19. August 2020
Bergedorf

Was bleibt von mir, was gebe ich weiter?

St. Petri und Pauli lädt zum Mitmachen ein

Erinnerung

Wenn Pastorin Angelika Schmidt die hölzerne Schatztruhe öffnet, legen Sigrid Nünke (links, 67) und Frauke Ludszuweit (81) gern ihre persönlichen Erinnerungsstücke hinein Foto: Franziska Klotz

BERGEDORF Was bleibt von mir, von meinem Leben? Was ist mir wichtig, was gebe ich an künftige Generationen weiter? Wie möchte ich in Erinnerung bleiben? Fragen, auf die jeder eine andere Antwort hat. Ihnen nachzugehen, lädt das Kirchspiel Bergedorf alle ein, die sich mit ihrem eigenen roten Faden beschäftigen möchten.

Und so öffnet Pastorin Angelika Schmidt, die sich im Kirchspiel Bergedorf um die Seelsorge im Alter kümmert, die Kirche zunächst einmal am Freitag, 21. August, für persönliche Gespräche. Zusammen mit der Diakonie-Stiftung „MitMenschlichkeit“ lädt sie die Bergedorfer ein, unter dem Stichwort „Mein Leben“ einen Blick zurück zu werfen, aber auch den Blick nach vorn zu richten. Bis zu fünf Gegenstände können je Teilnehmer zu diesem Termin mitgebracht und in die kleine Schatztruhe aus dunklem Holz gelegt werden, die Angelika Schmidt bereit hält. Eine Fotografin portraitiert die Senioren mit ihren lieb-sten Stücken und Angelika Schmidt schreibt ihre Geschichte auf. Aus Text und Fotos entsteht dann eine Collage. Sie wird Teil der Ausstellung „Was bleibt“, die von Freitag, 28. August an, in St. Petri und Pauli zu sehen ist.

Frauke Ludszuweit und Sigrid Nünke, die im Kirchenbeirat sind, haben sich vorab schon mal ein paar Gedanken gemacht. Während sich Frauke Ludszuweit (81) seit 2015 leidenschaftlich in der Flüchtlingshilfe engagiert und dem Rechtsruck in Deutschland als „Oma gegen Rechts“ vehement entgegentritt, liegt Sigrid Nünke mehr die Natur und das Naturwissenschaftliche am Herzen. Dazu gehören die Tiere im Allgemeinen und ihr Hund Mogli im Besonderen. „Ich habe meinen Kindern und Enkeln vermittelt, dass es wichtig ist, für seine Überzeugung auf die Straße zu gehen“, sagt Frauke Ludszuweit. Sigrid Nünke sieht es nüchterner: „Mich fasziniert das Universum und wie alles bis ins Kleinste zusammenhängt. Ich denke nicht, dass ich besondere Fußspuren hinterlasse.“

„Was bleibt.“ Ausstellung und Veranstaltungen

Fr 21.8:, 14–17 Uhr: Was bleibt? Anhand persönlicher Erinnerungsstücke sein eigenes Leben erzählen
Fr 28.8., 18.30 Uhr: Musik und Texte, 19.15 Uhr: Ausstellung. Gespräche mit Moderation; Brot und Wein
Mi, 2.9., 18 Uhr: Auseinandersetzung mit den Themen Trauerfeier und Beerdigung. Mit Pastor Hartmut Sölter
Fr 4.9., 18.30 Uhr: Musik und Texte. 19.15 Uhr: Erzählrunde anhand der Fotocollagen
Sa 5.9., 19–24 Uhr: Nacht der Kirchen mit Poetryslam
So 6.9., 10 Uhr: Das Zeitliche segnen, Gottesdienst und Kirchencafé
Alle Veranstaltungen finden in und vor der Kirche St. Petri und Pauli, Bergedorfer Schlossstraße 2, statt

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