10. März 2023
Bergedorf

Vorsicht beim Haus-Verkauf im Alter

Vortrag klärt über Chancen und Risiken auf

Besonders beliebtes Wohnquartier: das Bergedorfer Villenviertel Foto: Voigt

BERGEDORF Teilverkauf, Umkehrhypothek, Rückmietkauf: Immer mehr Verkaufs- und Vermietungsmodelle für Immobilien von Senioren drängen auf den Markt. Doch nicht alle halten das, was sie auf den ersten Blick versprechen.

Was passiert mit meinem Haus, wenn ich alt bin? Wie finanziere ich die Immobilie weiter? Sollte ich sie verkaufen oder doch darin wohnen bleiben? Wie kann ich mir den altersgerechten Umbau leisten?
Diese Fragen stellen sich nicht nur Senioren, auch viele junge Menschen wollen schon vorausplanen. Mittlerweile gibt es immer mehr Modelle, mit denen auch im Alter die Vorzüge des eigenen Hauses noch genossen werden können – der Erlös für die Immobilie aber schon gezahlt wird. Über diese Möglichkeiten will Alexander Krolzik, Leiter der Immobilienfinanzierung von der Verbraucherzentrale Hamburg, in Bergedorf aufklären. Dafür lädt der Jurist und Baufinanzierungsberater am Mittwoch, 22. März, ab 18 Uhr zu einem Vortrag auf Einladung des Bergedorfer Grundeigentümervereins ein – im Theatersaal der Lohbrügger Bürgerbühne am Neuen Weg 54. Der Experte erklärt, wie Immobilienbesitzer mit ihrem Objekt im Alter umgehen können – und welche finanziellen Risiken es gibt.

Es sei ratsam, sich genau mit den verschiedenen Modellen auseinanderzusetzen. Dabei müsse der Blick auch immer auf die spezifische Lebenssituation gelenkt werden, so Krolzik. Unterschieden werde generell in Kreditmodelle, Verkaufsmodelle und Vermietmodelle.
Speziell für ältere Menschen eignet sich ein Seniorenkredit. Dabei wird ein gewisser Betrag als Kredit zur Verfügung gestellt. „Es handelt sich hierbei um ein Darlehen ohne Tilgung“, sagt Immobilienexperte Krolzik. Die Immobilie dient bei diesem Modell als Kreditsicherheit. Die Eigentümer zahlen monatlich die Zinsen, aber nicht den Kredit ab. Stirbt der Eigentümer, wird das Darlehen aus dem Verkaufserlös der Immobilie getilgt – oder von den Erben übernommen.

Sehr eindringlich warnt der Jurist allerdings vor dem Teilverkauf – der immer weiter expandiert: Beim Teilverkauf wird ein Teil der Immobilie verkauft, das Wohnrecht bleibt beim Eigentümer. Allerdings muss dieser dem Verkäufer eine monatliche Nutzungsgebühr für den verkauften Teil zahlen. Diese Gebühr betrage im Schnitt fünf bis sieben Prozent des Verkaufswertes. Dazu kommen Gebühren für die Instandhaltung und die Grundsteuer. Außerdem müssten meist ein Abwicklungsentgelt und Maklergebühren gezahlt werden.

Anmeldung: T 040/724 72 73 oder per E-Mail an info@grundeigentuemerverein-bergedorf.de anmelden (Mo: 9 –13 Uhr) sowie dienstags und donnerstags: 9–17 Uhr).

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