24. Juli 2021
Bergedorf

Sie wollen Parkzonen für E-Roller

Seniorenbeirat sucht noch Mitstreiter

Beirat

Sie engagieren sich seit Jahren im Bergedorfer Seniorenbeirat – und wünschen sich doch mehr Beachtung von den Lokalpolitikern (v.l.): Peter Puhle, Wilfried Acht und Karin Rogalski-Beeck Foto: Strickstrock

BERGEDORF Corona-bedingt verschoben, darf sich noch bis zum 19. August melden, wer sich im Bergedorfer Seniorenbeirat engagieren will – für eine vierjährige Legislaturperiode, die am 1. Oktober beginnt. Insgesamt werden zunächst elf Menschen gewählt, aber „wir können bis 19 aufstocken“, erklärt Karin Rogalski-Beeck, die dem aktuellen Beirat vorsteht.

Es brauche großen Einsatz für das geplante Hospiz am Gräpelweg, zudem müsse mehr auf Geh- und Sehbehinderte geachtet werden sowie auf die Finanzierung von Pflegeheimplätzen. Am 27. und 30. Juli wollen die Senioren jeweils von 10 bis 13 Uhr vor der Kirche St. Petri und Pauli um neue Mitstreiter werben. Sie können auch gern anrufen unter 0160/534 08 18.

„In Politik und Verwaltung werden wir oft als Störenfriede wahrgenommen“, echauffiert sich Karin Rogalski-Beeck – ebenso wie Peter Puhle (77): „Die Politiker in der Bezirksversammlung sind oft sehr herablassend.“ So etwa zuletzt, als eine Fahrradstraße beschlossen wurde, die durch die Fußgängerzone zwischen Kirche und Kreisel führen soll. „Man muss bitte auch die Fußgänger bedenken“, warnt der Beirat, der überdies viele Fußwege als zu schmal empfindet und uneben: Die Pflasterung vor dem Marktkauf-Center sei eine Stolperfalle ebenso wie das Kopfsteinpflaster vor St. Petri und Pauli.

„Außerdem“, so die 75-Jährige, „laufen aktuelle Beschwerden über den Röpraredder, wo Baumwurzeln die Platten hochheben, der nachgegossene Teer aber auch nicht ebnend wirkt: Das bleibt für Hackenporsche und Rollator eine Buckelpiste.“ Nicht zuletzt seien die Wege oft zugestellt, störten Blumenkästen oder auch abgestellt E-Roller, für die es „besser mal ausgewiesene Parkplätze geben müsste“. Bei Straßenarbeiten gebe man durchaus acht, betont Wilfried Acht, der sich seit 18 Jahren im Beirat engagiert: „Wenn Bordsteinkanten abgesenkt werden, sollten am besten weiße Noppenplatten eingesetzt werden“, sagt der 77-Jährige.

Ein weiteres großes Thema sei die Ausstattung der Bergedorfer Wohn-Pflege-Einrichtungen mit WLAN sowie die Bezahlbarkeit der Plätze: Das Moosbergheim, betrieben durch Pflegen & Wohnen, könnte „über die Deutsche Wohnen an Vonovia verkauft werden und damit hohe Investitionskosten auf die Bewohner umlegen“, fürchtet Rogalski-Beeck.

Auch Positives gebe es zu berichten. So freut man sich auf das Büro im neuen Körber-Haus. Und es habe eine erste Videokonferenz mit der künftigen Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann (SPD) gegeben – mit der Zusage zu einem Jour fixe ein bis zwei Mal im Jahr.

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