16. April 2022
Bergedorf

Schultüten und ein süßes Willkommen

Waldorfschüler begrüßen ausländische Kinder

Nova (l.) und Maja (r.) verschenken Schultüten an Artem und Daria aus der Ukraine. Die Zwölfjährigen kamen vor vier Wochen bei befreundeten Familien unter Foto. Strickstrock

Nova (l.) und Maja (r.) verschenken Schultüten an Artem und Daria aus der Ukraine. Die Zwölfjährigen kamen vor vier Wochen bei befreundeten Familien unter Foto. Strickstrock

BERGEDORF Die Menschen, die Sprache, das Schulsystem – alles ist neu für die Kinder aus den beiden internationalen Vorbereitungsklassen am Luisen-Gymnasium.

Die 16 „Wölfe“ und die 15 „Füchse“ sind eine bunte Truppe aus Zehn- bis 13-Jährigen: „Wir haben einfach alle gemischt. Zu den Syrern und Afghanen kommen die Kasachen und Russen, dazu jetzt auch noch 17 Kinder aus der Ukraine“, sagt Klassenleiterin Irina Pilawa – und staunt: „Die sind alle unheimlich diszipliniert.“

Das müssen sie wohl auch sein, denn es gilt nicht nur, dem deutschen Unterricht zu folgen. „Manche haben nachmittags zudem noch Online-Unterricht mit ihren ukrainischen Lehrern und bekommen auch Hausaufgaben auf“, weiß Pilawa.

In der Pause fliegen deutsche Worte, englische Vokabeln und russische Sätze über den Schulhof, manchmal funktioniert die Kommunikation auch mit Händen, Füßen und einem Lächeln perfekt.
„Wir lehren erst mal die Grundlagen, also das ABC, die Aussprache und Zahlen“, sagt Katharina Rutkovskij, deren Eltern Spätaussiedler aus Kasachstan sind. Die 19-Jährige spricht zudem Spanisch und hat im vergangenen Jahr ihr Abitur am Lui gemacht. Sie hilft nun bei der Sprachvermittlung: „Es ist die erste Schulwoche, wir müssen wirklich mit den absoluten Basics beginnen.“

 

Taschentücher und Gummibärchen

Zu den Grundlagen zählt natürlich auch die deutsche Gastfreundschaft. So überreichten gestern 33 Viertklässler der Bergedorfer Rudolf-Steiner-Schule ihre selbst gebastelten Schultüten.

„Ich habe darauf ein Mädchen gemalt, das auf dem Mond sitzt und in die Sterne guckt. Es trägt ein Kleid in den Farben der ukrainischen Flagge“, erzählt die zehnjährige Nova. Freundin Maja berichtet, dass die Tüten mit Taschentüchern und Gummibärchen gefüllt sind, mit Müsliriegeln und einer Kerze: „Dazu gibt es gute Wünsche, dass sie bald Freunde finden und es ihnen in Bergedorf gefällt.“

Nicht zuletzt hatten die Waldorfschüler ein Lied für sie einstudiert: „Wir wünschen euch Sonne, denn die ist immer da.“

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