21. August 2021
Bergedorf

Schlosswiese gut geeignet für Festivals

Black Atlantic! Organisatoren sind zufrieden

Bergedorf war für drei Wochenenden der Mittelpunkt des Weltmusik-Festivals „Black Atlantic! Heimatklänge?“ auf der Schlosswiese vor dem Bergedorfer Wahrzeichen Foto: privat

Bergedorf war für drei Wochenenden der Mittelpunkt des Weltmusik-Festivals „Black Atlantic! Heimatklänge?“ auf der Schlosswiese vor dem Bergedorfer Wahrzeichen Foto: privat

BERGEDORF Am Sonntagabend noch vor Mitternacht war das kleine Festivaldorf verschwunden. 130 privat beschaffte Sitzbänke von den Elbe-Werkstätten, 180 Meter an Begrenzungszaun mit insgesamt 65 Elementen, die sechs mal acht Meter große Bühne, ein paar Dixi-Klos und drei Backstage-Zelte sind abgeräumt. Das „Black Atlantic! Heimatklänge?“ 2021 ist Geschichte.

Schade, denn die Idee vom Initiatoren-Ehepaar Angelina Akpovo und Gerhard Heiland aus dem Verein „Zwischenräume“ ist toll von Musik- und Open-Air-Fans angenommen worden. Das liegt auch am einmaligen Spielort.

„Black Atlantic! Heimatklänge?“ ist aus der Förderung des Hamburger Kultursommers durchfinanziert, das Sozialraummanagement im Bezirksamt war aus Heilands Sicht viel mehr als ein guter Kooperationspartner: „Schließlich wurde ich von dort gefragt, ob ich nicht mal die Schlosswiese bespielen möchte.“

Das wichtigste Feedback kommt aber von Musikern und Zuschauern, die Ambiente und Exklusivität loben. Gerhard Heiland setzt noch einen darauf: „Irgendeiner meinte sogar, dass es so einen Konzertort mit Schlossoptik nicht mal in Berlin gibt.“ Die Besucher arrangierten sich auch damit, dass es nur einen Getränkestand im Zauninneren gab.

Und auch das ist erfreulich: Nur eine einzige Anwohnerin aus dem Reetwerder beklagte sich einmal über den „Lärm“, weil sie bei offenem Fenster nicht schlafen konnte. Heiland löste das souverän bis charmant: „Ich habe der Dame zurückgeschrieben und sie aufs Festival eingeladen.“ Auch über den Zustand einer eventuell zugemüllten Schlosswiese brauchte sich niemand echauffieren: Der 69-Jährige aus Billwerder ließ es sich nicht nehmen, zwischendurch oder danach mit der Greifzange Kronkorken und anderen Unrat aufzusammeln.

Die Schlosswiese als Festival-Standort – das funktioniert, wie dieser immer noch pandemiegeprägte Sommer zeigt. Und Gerhard Heiland kann sich sehr gut vorstellen, im kommenden Jahr das zentrale Grün Bergedorfs wieder kulturell zu bespielen. „Nächstes Jahr? Liebend gern.“ Eine Herausforderung bleibe natürlich immer die Finanzierung.

Festival-Organisator Gerhard Heiland (69) Foto: Strickstrock
Festival-Organisator Gerhard Heiland (69) Foto: Strickstrock

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