17. Juli 2021
Bergedorf

Recyclingsatire „Prozession der Abfallnarren“

Thomas Graff stellt im Bergedorfer Schloss aus

„Abfallnarren“ aus Strandgut plus Pappmache Foto privat

„Abfallnarren“ aus Strandgut plus Pappmache Foto privat

BERGEDORF Eine fantastische Recyclingsatire aus Treibgut vom Elbestrand zwischen Ratzeburg und Neuwerk zeigt die Ausstellung „Prozession der Abfallnarren“ im Bergedorfer Schloss.

Bestand der Spülsaum an der Elbe vor hundert Jahren noch aus Reet und Knüppelholz, das arme Leute als Feuerholz aufsammelten, findet sich dort heute über hunderte von Kilometern getragener Plastikmüll. Aus diesem Abfall, mit Pappmaché und fernöstlicher Lacktechnik schafft Thomas Graff kleine und große Menschenfiguren und Maschinendämonen. Sie erinnern in ihrer Masse und Detailhaftigkeit an Hieronymus Boschs Visionen von Gut und Böse, Harmlosigkeit und Aggression. Auch an Sebastian Brants Narrenschiff, einer großen Erzählung aus der Reformationszeit, knüpft Graff an. Die Abfallnarren selbst entspringen dem Irrglauben, der Narretei, Dinge ließen sich mit Wegwerfen entsorgen. Sie kommen als Prozession zurück. Prominente Narren und Vertreterinnen der griechischen Mythologie ziehen sich ebenso durch die Ausstellung wie ein bekannter Prediger, ein Dudelsack-Orchester oder eine Furzmaschine.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 18. August, dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr, im Museum für Bergedorf und die Vierlande (Bergedorfer Schlossstraße 4). Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 haben freien Eintritt, Gruppen ab 10 Personen: 3,50 Euro pro Person.

Die Anmeldung unter T (040) 428 91 25 09 kann auch kurzfristig erfolgen

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