26. August 2020
Bergedorf

Maritimer Gesang aus der Scheune

Fleetenkieker suchen neue Mitsänger

Chor

Der Shanty-Chor „Die Fleetenkieker“ tritt seit 1992 mit maritimen Liedern auf Foto: bw

BERGEDORF/OSTSTEINBEK Keine Übungsabende, keine Auftritte – wie alle Chöre musste auch der Bergedorfer Shanty-Chor „Fleetenkieker“ monatelang pausieren. Dank Timo Posewang ist diese Durststrecke für die passionierten Sänger jetzt vorbei. Der Landwirt aus Oststeinbek stellte ihnen kurzerhand seine Scheune zur Verfügung. Allerdings unter einer Bedingung: Sie müssen stets den nötigen Abstand einhalten.

Baltimore, Whisky und La Paloma – normalerweise treten die Männer mit den tiefen Stimmen mit markigen Songs wie diesen auf Schiffen wie der Bergedorfer Schifffahrtslinie auf. Dann singt der Shantyman vor und der Chor setzt stimmgewaltig ein. Spätestens bei den Seemannsliedern von Freddy Quinn bleibt dann wohl kaum ein Auge trocken.

Solange die rund 20 Sänger um Chorleiterin Gaby Müller nicht wie gewohnt im Westibül auftreten können, ist also auf dem Bauernhof in Oststeinbek für echten Ersatz gesorgt. Doch den Chor, der die Coronapause dank Fleetenkieker-WhatsApp-Gruppe gut überstanden hat, treibt noch eine andere Sorge um: „Leider sind in letzter Zeit einige Sänger aus Alters- und Gesundheitsgründen ausgeschieden“, sagt Dieter Wagner, der bereits seit zehn Jahren zu den Fleetenkiekern gehört. „Darum suchen wir neue Sänger, die Spaß am maritimen Gesang haben.“ Für Wagner, der früher einmal für kurze Zeit als Messejunge zur See fuhr und für sein Leben gern singt, ist der Chor eine „herrliche Sache“. Besonders schätzt er daran den guten Zusammenhalt, der sich auch während der Corona-Pause wieder bestätigt hat. „Wir sind wie eine große Familie.“

Die Fleetenkieker sind ein reiner Männerchor, aber kein Verein. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, wohl aber die generelle Bereitschaft zu etwa 30 Auftritten pro Jahr. Die maritimen Gesänge mitsamt Akkordeon und Snutenhobel (Mundharmonika) sind jetzt immer donnerstags von 18.30 bis 20.30 Uhr unter dem offenen Vordach der Kartoffellagerhalle der Posewangs zu hören. Die Proben sind das eine. Danach beginnt meist der gesellige Teil. Und da kommt es vor, dass die maritimen Lieder auch noch etwas länger weit über die Felder Oststeinbeks klingen…

Wer sich fürs Mitsingen bei den Fleetenkiekern interessiert, erhält weitere Infos bei Dieter Wagner unter Tel. 0178/739 35 50 oder bei Uwe Jürs, Tel. 0163/ 906 26 68

Scheune
Neuer Probenort: die Scheune von Bauer Posewang Foto: bw

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