5. August 2020
Bergedorf

Ganz genau hinsehen und gut sichtbar sein

Sicherer Schulweg: Tipps von der Verkehrslehrerin

Schule

Polizeiverkehrslehrerin Henrike Pommeranz vor der Ernst-Henning-Schule Foto: Franziska Klotz

BERGEDORF Wenn die Schüler jetzt in ihre Klassen zurückkehren, wird es auch auf Hamburgs Straßen wieder voller. Vor allem die Erstklässler sollten vorher ganz viel üben, damit sie sich möglichst sicher im Straßenverkehr bewegen können.

Wie überquere ich eine Fahrbahn? Was für viele Erwachsene selbstverständlich zu sein scheint, müssen Kinder erst lernen. Dabei ist es von Vorteil, wenn Eltern mit ihren Kindern die Teilnahme am Straßenverkehr gründlich einüben. „Je eher sie damit anfangen, desto besser“, weiß Henrike Pommeranz. Deshalb rät sie: Möglichst viel mit den Kindern zu Fuß gehen, das schult die Wahrnehmung. Das heißt aber nicht, dass die Kinder nur hinterherlaufen sollen. „Häufig nehmen Mütter und Väter den Kindern das Wahrnehmen ab. Das bringt natürlich wenig.“ Dabei seien die Kinder im Alter von fünf, sechs Jahren am aufnahmefähigsten, die früh gemachten Erfahrungen später nicht so einfach nachzuholen. „Ein Kind, das immer zur Schule gefahren wird, ist nicht sicher, wenn es mit zehn Jahren allein gehen soll“, sagt sie. Am gefährlichsten seien meist Situationen mit vielen parkenden Autos.

Wenn sie Schulklassen besucht, sind sie immer dabei: Eugen und Eugenia. Die beiden Stofftiere sind leuchtende Vorbilder: Sie tragen nicht nur farbige Warnwesten und glänzende Reflektoren, mit denen sie gut zu sehen sind, sondern können wie echte Eulen den Kopf so drehen, dass sie sogar hinter sich blicken können.

Denn das schematische „links, rechts, links“ gucken vor dem Überqueren der Straße ist schon mal nicht schlecht, reicht aber nicht aus. Henrike Pommeranz bringt den Schülern bei, sich stets ein Bild von der gesamten Situation zu machen. Dazu gehört auch der Blick nach hinten, etwa um Abbieger, Flitzer oder Krankenwagen frühzeitig zu erkennen. „Man sollte sich sowieso nie auf die anderen Verkehrsteilnehmer verlassen, sondern immer ganz viel für die eigene Sicherheit tun“, betont sie – und das gilt nicht nur für Kinder. Wichtigste Regeln im Straßenverkehr seien Paragraf eins und zwei der Straßenverkehrsordnung: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Natürlich hat sie noch mehr Tipps auf Lager, etwa das richtige Verhalten am „Stoppstein“. Wie das geht, erfahren die ABC-Schüler demnächst, wenn die Verkehrslehrer kommen. „Aber das Üben, Üben, Üben mit den Eltern können wir nicht ersetzen“, betont sie. Auch an der Ernst-Henning-Schule wird das Thema Verkehrssicherheit ernst genommen. „Am Gojenbergsweg ist zwar Tempo 30, aber manchmal ganz schön was los“, findet Schulleiter Thorvald Brandt. Mal sehen, ob die Aktion „Zu Fuß zur Schule“ demnächst das „Elterntaxi“ ersetzt.

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