19. November 2022
Bergedorf

Es rumort im Schlossmuseum

Neues Konzept: Politik fordert Offenlegung der Pläne

Schloss

Die Tür ist zumindest nicht abgeschlossen: Besucher sind im Museum willkommen, auch wenn die Räume gerade saniert werden Foto: Strickstrock

BERGEDORF Sägen, hämmern, scheppern: Es rumort derzeit im Bergedorfer Schlossmuseum. Wo sonst Exponate zur 900-jährigen Regionalgeschichte zu sehen sind, werkeln Handwerker in den leer gefegten Räumen – wahrscheinlich noch bis zum Jahresende.

Zwar gibt es noch Veranstaltungen wie Konzerte, das Bastelangebot für Sonntagskinder (20. November) oder einen adventlichen Kunsthandwerkermarkt am 26. und 27. November. Doch „tatsächlich gibt es innen gerade wenig zu sehen, dafür aber ist der Eintritt frei“, sagte Bergedorfs Verwaltungsdezernent Ulf von Krenski – und gesteht ein: „Das ist nicht besonders glücklich, dass von dem Umbruch nichts am Eingang und auch nicht auf der Homepage steht.“

Warum aber informiert das Museum nicht, ärgert sich Rudi Walter (Die Linke), der zudem jährlich nach der Konzeption für die neue Dauerausstellung fragt, um „endlich mal die Schwerpunkte und einen roten Faden zu erkennen“. Didaktisch überholt sei die Präsentation der Heimatgeschichte, hatte Museumsleiterin Dr. Schanett Riller längst erklärt: „Es gibt keinen Multimedia-Einsatz, sondern sehr lange Texte auf grauem Grund“, hatte sie moniert und wollte „das Konzept interaktiv und partizipativ überarbeiten“.

In mehreren Umfragen wurden die Besucher gefragt, was sie in der neuen Ausstellung anders haben möchten: Die Antworten, so Riller, seien weit gefächert: „Sie lauteten zum Beispiel mehr Ritter, mehr Interaktivität, mehr Schlossgeschichte oder mehr 20. Jahrhundert. Wir greifen auf, was möglich ist, aber nicht immer gibt es dazu tatsächlich historische Quellen oder historische Objekte, die man für das museale Erzählen braucht.“

Auch soll in die neue Ausstellung mit einfließen, wie die Bergedorfer ihren Bezirk betrachten: Sehen sie sich als Hamburger, als Bergedorfer oder als Spadenländer? Wer mag, kann noch mitmachen – zu finden unter www.bergedorfer-museums landschaft.de. Wann indes die neue Ausstellung kommt, ist noch ungewiss, „weil pandemie- und kriegsbedingt viele zeitliche Planungen eh immer wieder überworfen werden“, so die Museums­chefin, die sich viermal jährlich mit dem Museumsbeirat abspricht, der von der Bezirksversammlung gewählt wurde.

Treppe
Ausgeräumte Räume im Schlossmuseum Foto: stri

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