17. September 2022
Bergedorf

Eine Symphonie für das neue Körber-Haus

Aus Erlebnissen der Bergedorfer entsteht ein spektakuläres Stück Musik zur Eröffnung

In seinem Element: Komponist Mark Scheibe möchte gemeinsam mit Bergedorfern ein unvergessliches Stück Musik fürs Körber-Haus schaffen Foto: privat

BERGEDORF Am 17. September startet ein musikalische Experiment des Komponisten Mark Scheibe und der Körber-Stiftung. Für das Projekt „Meine Symphonie“ will Scheibe das Leben von 15 Bergedorfern vertonen.

Die Uraufführung von „Meine Symphonie“ ist im Dezember 2022 geplant, wenn die Eröffnungswoche des Neubaus ansteht. Genauer möchte die Körber-Stiftung nicht werden, was das Datum der Feier angeht. Immerhin heißt es von verantwortlicher Seite, dass die Bauarbeiten „absolut auf der Zielgeraden“ seien, im Herbst alle Flächen an die Mieter übergeben werden und es dann in die Innenausstattung gehen soll.

Scheibes Optimismus ist grenzenlos

Wenn alles fertig ist, gibt es diese spezielle Symphonie zu hören. Mark Scheibe hat ein ähnliches Format in seinem künstlerischen Schaffen schon mehrfach bewältigt, und weiß, „dass auch mal Tränen fließen können“.
Jetzt fragt der Wahl-Berliner, der eigentlich gebürtiger Bremer ist, die Bergedorfer: „Was war die schönste oder prägendste Begegnung in Ihrem Leben?“ Der 54-Jährige hat sich vorgenommen, sich „Geschichten anzuhören und sie dann gemeinsam in Musik zu verwandeln“. Denn seiner Meinung nach hat jeder irgendetwas in seinem Leben, das zur Melodie oder Symphonie taugt und zu einem Text reifen kann. Scheibes Optimismus ist grenzenlos: „Ich war schon immer fasziniert und angenehm berührt von Menschen.“

Ab Sonnabend, 17. September, treffen sich Geschichtenerzähler und Begegnungs-Erinnerer mit dem Profimusiker (aktuelle LP „Champagner für alle“) im „alten“ Haus im Park im Gräpelweg 8. An fünf Wochenenden sollen sich die Teilnehmer so weit wie möglich öffnen.
Beim ersten Treffen möchte sich Mark Scheibe mit jedem einzelnen Teilnehmer unterhalten. „Die ersten Töne auf meinem Klavier kommen schnell“, verspricht er. Und bitte keine Angst: Neben großen Runden mit allen Teilnehmern sind auch Einzelgespräche vorgesehen.

„Zehn bis 15 Leute für ,Meine Symphonie’ wären ideal. Wir hoffen, insbesondere die Bergedorfer anzusprechen“, sagt Bahar Roshanai, Programmmanagerin Musik, Bereich Kultur, bei der Körber-Stiftung und Begleiterin der symphonischen Werkstatt.

Weil das künftige Körber-Haus ja ein Ort vieler Kulturen und Generationen sein soll, möge sich das bitte auch bei „Meine Symphonie“ widerspiegeln. Übrigens auch in dem generationenübergreifenden Orchester, das bei der Eröffnung aufspielen wird. Bahar Roshanai: „Dieses Projekt wird ein Prototyp für den Charakter des Hauses sein.“ Weitere Infos und Fragen per Mail an kultur@koerber-stiftung.de. Das Ganze ist kostenlos.

„Meine Symphonie“ soll zweimal erklingen
Bei Scheibe ist jeder in den allerbesten Händen: Der 54-Jährige leitet seit 2007 im Zukunftslabor Orchesterschule der Deutschen Kammerphilharmonie in Bremen das von ihm entwickelte und bereits ausgezeichnete Projekt „Melodie des Lebens“, dem Vorbild für „Meine Symphonie“.

Einem breiteten Publikum ist der Mann als TV-Chansonnier bekannt, schrieb u.a. die Musik für die Satiresendung „Extra3“. Hinzu kommen orchestrale Umsetzungen für Theater und Konzertbühnen, drei Solo-Platten und eine Oper.
Übrigens: „Meine Symphonie“ soll, wenn das Theater mit seinen 460 Sitzplätzen voraussichtlich im März 2023 fertig sein wird, ein zweites Mal im neuen Körber-Haus erklingen.

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