3. Juli 2021
Bergedorf

Ein kleines, aber feines Programm

Bergedorfer Musiktage melden sich zurück

Dr. Farhang Logmani freut sich, dass es wieder losgeht mit den Bergedorfer Musiktagen Foto: Klotz

Dr. Farhang Logmani freut sich, dass es wieder losgeht mit den Bergedorfer Musiktagen Foto: Klotz

BERGEDORF Die Bergedorfer Musiktage melden sich zurück. Im zweiten Corona-Sommer ist es dem Team um Musiktage-Chef Dr. Farhang Logmani gelungen, sehr kurzfristig vier hochkarätige Opern- und Ballettabende im Haus im Park auf die Beine zu stellen.

In Zeiten von Hamburger Inzidenzwerten um zehn wöchentliche Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner ist das möglich, sofern die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. „Und zweitens ist es nur möglich, weil unsere Künstler bei der Terminfindung so kooperativ und ehrgeizig sind“, fügt Logmani freudig hinzu. „Sie brennen geradezu darauf, nach so langer Zwangspause wieder auf die Bühne zu treten.“ An vier Abenden im Juli öffnet sich am Gräpelweg 8 jeweils zweimal der Vorhang – um 18 Uhr und um 20 Uhr.

Den Anfang macht am heutigen Samstag, 3. Juli, ein Operetten-Abend. Unter dem Titel „Liebe, du Himmel auf Erden“ singen Sopranistin Sophie-Magdalena Reuter und Tenor Adam Sanchez Stücke von Johann Strauß, Franz Lehár, Robert Stolz und Giacomo Puccini. Dazu spielen acht Musiker des Orchesters „HanseSolisten“, dirigiert von Mike Steurenthaler. Einer der Höhepunkte dürfte das Duett „Brindisi“ aus Verdis La Traviata sein. Als musikalische Leckerbissen werden auch zwei Lieder aus „Frau Luna“ von Paul Lincke gehandelt.

Puccinis „Tosca“ mit Elektronik-Klängen

Ein Musiktheater „La Tosca“ nach der gleichnamigen Oper von Puccini darf am darauffolgenden Samstag, 10. Juli, erlebt werden. Die Inszenierung von Dirk Schattner für zwei Opernsänger, Klavier und elektronische Klänge erzählt von einer Welt, die voller doppelter Böden ist. Diese lassen Menschen verschwinden, entziehen sie der Wirklichkeit, erzeugen das Gefühl des Ausgeliefertseins und der ständigen Gefahr.

Der Maler Cavaradossi nimmt einen geflohenen Staatsgefangenen auf und setzt sich damit selbst der Staatsgewalt in Form von Folter und Tötung aus. Seine Geliebte, die Sängerin Floria Tosca, wird ungewollt zur Mitwisserin, zur Verräterin und schließlich selbst zur Mörderin und Selbstmörderin. Mitwirkende sind Sopranistin Kathryn Wieckhorst, Tenor Hubert Schmid, Schauspielerin Kristin Heil, Pianist und musikalischer Leiter Tjaard Kirsch und Howie Kenty mit elektronischen Klängen.
John Neumeiers Bundesjugendballett, seit seiner Gründung vor etwa zehn Jahren beständiger Gast der Bergedorfer Musiktage, kommt am Samstag und Sonntag, 24. und 25. Juli, jeweils zweimal zum Haus im Park. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer proben bereits in Sonderschichten, um nach so langer Zeit ein aufführungsreifes Repertoire zu haben.

„Unter den Pandemie-Bedingungen darf jede Aufführung nur 60 Minuten lang sein“, sagt Farhang Logmani und spricht für den Verein Bergedorfer Musiktage einen großen Dank an die Körber-Stiftung aus. Die Stiftung stellt für jeden der vier Abende Personal bereit, das für die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln sorgt. So müssen die Konzertbesucher überall im Haus im Park Atemschutzmasken tragen. Im Foyer dürfen sich nicht mehr als 30 Personen gleichzeitig aufhalten, insgesamt sind pro Aufführung 200 Gäste zugelassen. Und wie im Restaurant oder beim Friseur muss jeder ein Formular zur Kontaktdatenerfassung ausfüllen. Erforderlich ist außerdem ein aktueller negativer Corona-Schnelltest oder ein Nachweis der vollständigen Impfung.

Karten à 30 Euro gibt es Mo–Mi von 10 bis 12 Uhr im Musiktage-Büro an der Lohbrügger Landstraße 131, im Hasse-Turm sowie an der Abendkasse

Sopranistin Sophie-Magdalena Reuter singt im HiP
Sopranistin Sophie-Magdalena Reuter singt im HiP

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