10. Juli 2021
Bergedorf

Die Helfer für alle Fälle sind wieder aktiv

Seniorenprojekt unterstützt Ältere im Alltag

Günter Stark (li.) und Bodo Beck freuen sich, dass es wieder los geht Foto: Keber

Günter Stark (li.) und Bodo Beck freuen sich, dass es wieder los geht Foto: Keber

BERGEDORF Mit über 1600 Einsätzen hat das Projekt „Senioren helfen Senioren“ seit 2013 schon für erleichterte und strahlende Gesichter gesorgt. Durch Corona jäh gestoppt, sind nun seit 1. Juli wieder Hausbesuche möglich.

Manchmal ist es einfach der tropfende Wasserhahn, die heruntergefallene Jalousie oder die ewig klemmende und quietschende Balkontür, die für Ärger sorgt. Und gerade ältere Menschen fragen sich dann: Muss ich dafür gleich einen richtigen Handwerker rufen? „Nein, müssen Sie nicht! Das können wir doch auch“, sagt Bodo Beck und gründete im August 2013 unter dem Dach der Körber-Stiftung (Stiftung Haus im Park) das Projekt „Senioren helfen Senioren“.

„Die Idee ist, älteren Menschen zu ermöglichen, möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben“, sagt der gelernte Schlosser. Und so unterstützt nun schon seit 8 Jahren eine Crew handwerklich begabter Ruheständler Senioren oder hilfebedürftige Menschen bei Alltagssorgen. Egal, ob es um eine defekte Glühbirne oder das Programmieren des neu gekauften Fernsehers geht. „Im Schnitt sind unsere Kundinnen 76 Jahre alt. Eine ältere Dame ist inzwischen schon über 100“, erzählt Bodo Beck.

Die kleinen Dinge des Lebens erledigen

1600 Aufträge haben die fleißigen Ehrenamtler bereits erfüllt, und im Laufe der acht Jahre über 600 Nutzer (ab 50 Jahren) besucht. Pro Einsatz bekommen die Freiwilligen von der Stiftung 8,50 Euro als Aufwandsentschädigung, plus jährlich 50 Euro für Fahrtkosten und Material. „Von den Kunden nehmen unsere Helfer, die immer zu zweit unterwegs sind, maximal Spenden an“, erklärt Bodo Beck.

„Aber der schönste Lohn ist wirklich die Freude und das strahlende Lächeln unserer Kundinnen nach getaner Arbeit“, sagt Günter Stark (81), der zu den Projekt-Gründern gehört. So fiel ihm eine 91-Jährige (vor Corona) um den Hals, als ihr Handy repariert war: „Endlich kann ich meine Enkel wieder anrufen!“ Sogar selbst verfasste Gedichte hat er schon als Dankeschön bekommen.

Die Aufträge kommen aus ganz Hamburg, aber die Helfer sind meist in der Region unterwegs, in Bergedorf, den Vier- und Marschlanden, Reinbek und Glinde. Beck: „Und natürlich will unser Team den Handwerksbetrieben keine Konkurrenz machen, ist alles mit der Handwerker-Innung abgesprochen.“ Richtschnur sei ein Zeitaufwand von circa einer Stunde. „Das heißt, wir machen keine großen Umzüge oder Einkäufe, wir renovieren nicht die ganze Wohnung. Kurz erklärt: Wir reparieren Ihren Rasenmäher, aber mähen nicht Ihr Grundstück“, sagt er lächelnd.
Übrigens werden stetig weitere Helfer – gerade für den Bereich TV, PC und Handy – gesucht. Nähere Infos unter Telefon 040/18 08 87 03.

Wer kleine Alltagshilfen benötigt, kann sich ebenfalls unter Tel. 040/18 08 87 03 oder per Mail shsprojekt2013@t-online.de melden.

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