30. Juli 2022
Bergedorf

Der Plan für Bergedorfs Zukunft

Entwicklungskonzept 2030+ liegt vor. Auch Bürger sind gefragt

Blick über Bergedorf mit der Schlossstraße, dem Sachsentor und der Vierlandenstraße Foto: News & Art

BERGEDORF Fast kann einem schwindelig werden angesichts all der Veränderungen. Ob Baukräne am Bergedorfer Tor, Abrissarbeiten am alten Polizeikommissariat oder Brückenarbeiten am Ladenbeker Furtweg für den neuen Stadtteil Oberbillwerder: Der Bezirk verändert sich rasant.

Damit Bergedorf bei all dem aber seine Seele behält, hat das Bezirksamt bereits vor einiger Zeit das Entwicklungskonzept 2030+ in Auftrag gegeben. Nun liegt das Booklet vor, kann eingesehen und von den Bürgern auch kommentiert werden. Das Konzept soll ein Leitfaden sein, anhand dessen künftige Entscheidungen getroffen werden.

Vier „Fokusräume“

Jahrelang haben sich mehrere beauftragte Büros Gedanken über Bergedorf gemacht. Das Konzept trägt nun den Titel „Eigen bleiben. Offen sein. Weiter gehen.“ und beinhaltet zunächst eine gründliche Bestandsaufnahme. Was macht Bergedorf und seine Bürger aus – und was bringt die Zukunft an Herausforderungen und Trends?

Eine „Bergedorf Charta“ soll nun künftig das Gerüst der Entwicklung sein. Erarbeitet wurden acht qualitative Grundsätze, in denen es unter anderem um das Wir-Gefühl im Bezirk, um die beiden Identitäten von Stadt- und Landgebiet, um die Kulturlandschaft und um die Metropolregion geht.

Zukunftswünsche sind zum Beispiel das maßvolle Verdichten beim Thema Wohnungsbau. „Die Faustregel: Niedrige bauliche Dichten und Gebäudehöhen in den Vier- und Marschlanden, höhere in den städtischen Kerngebieten.
Das Entwicklungskonzept hat zudem vier „Fokusräume“ identifiziert: Das sind Curslack-Neuengamme, Bergedorf-Stadt, Nachbarschaftsstadtteile wie Bergedorf-West und Neuallermöhe/Oberbillwerder sowie auch die Boberger Niederung mit dem Dorf Billwerder. Hier gehe es etwa darum, das Wachstum verträglich zu gestalten.

Doch entsprechen die gesammelten Ideen den Bergedorfer Wünschen? „Die Flyer liegen mittlerweile in vielen öffentlichen Gebäuden aus und wir würden uns über Anregungen aus der Bevölkerung freuen“, sagt Bezirksamtssprecher Lennart Hellmessen. Unter www.hamburg.de/entwicklungskonzept können die Bergedorfer es auch online abrufen – und dann mittels E-Mail einen Kommentar abgeben.

Zunächst sollen nun die Hinweise der Bürger gesammelt werden. Danach werden die Kommentare an die Ausschüsse weitergegeben, die sich dann damit befassen.

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