20. Januar 2023
Bergedorf

Bergedorf bekommt ein Bahnhofsquartier

560 Wohnungen eine Kita und Läden sind geplant

Der alte Süd-Bahnhof bleibt stehen, der Aldi-Markt weicht einem Neubau, drumherum werden Mehrfamilienhäuser gebaut Foto: Luis Bolte

BERGEDORF Es ist das nächste große Projekt für den Wohnungsbau im Bezirk Bergedorf: Zwischen Brookdeich, Neuer Weg und alter Bahntrasse sollen bis zu 560 Wohnungen entstehen.

Grundlage der Planungen war schon vor Jahren ein Wettbewerbsverfahren. Die Ideen daraus wurden im Laufe der Zeit weiter überarbeitet und an Erfordernisse wie Lärmschutz oder Abstände angepasst.

Der fertige Plan sieht nun einen bunten Mix vor: Rund um nur wenige Bestandsgebäude soll es Wohnblöcke mit Tiefgaragen geben, zudem Platz für eine Kita und einige Läden (Drogerie und Discounter). Der Aldi-Markt wird sich mit darüberliegenden Geschossen in die Bebauung integrieren, sodass insgesamt ein „urbanes Quartier“ entstehe, so Stadtplaner Klaus Wittmann. Die Gebäude sollen zwischen vier und sechs Geschosse hoch werden. Dass damit auch der alte Bahnhof am Neuen Weg etwas aus seiner Randlage gehoben wird, freut die Planer: „Mit diesen Planungen würde der Bahnhof Bergedorf-Süd erstmals seit dem 19. Jahrhundert wieder eine Art Bahnhofsquartier erhalten.“

Auch Platz für Grün und für Spielplätze soll im Quartier sein – allerdings mangels Platzes nicht in großer Zahl. Der angrenzende, künftigen Innovationspark mit großen Grünflächen sei aber schnell erreichbar.

30 Prozent aller Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden, so Stadtplaner Klaus Wittmann, „und 40 Wohnungen sollen für vordringlich wohnungssuchende Haushalte vorgehalten werden – was nach längeren Verhandlungen mit den Investoren erreicht werden konnte und als beachtlich bewertet werden kann.“

Weitere Eckdaten der Planung: 72 Bäume müssen gefällt werden, 127 neue sollen gepflanzt werden. 570 Stellplätze sind geplant, die meisten (420) unterirdisch.

Lob von der Opposition

Für diese Planung gab es sogar deutliches Lob von der Opposition. „Chapeau, es ist Ihnen gelungen, den gordischen Knoten zu schlagen“, meinte Bauexperte Sven Noetzel (CDU) – und bezog sich auf die vielen Parameter, die hier in diesem Gebiet beachtet werden mussten.

Nachfragen gab es zu Fahrradstellplätzen und einer womöglich noch schöneren Umgebung für den alten Bahnhof – jenseits der Aldi-Parkplätze.

Dennoch wurde der Auslegung dann einstimmig zugestimmt. Die Pläne sollen nun – sobald der städtebauliche Vertrag notariell beglaubigt und beschlossen wurde – voraussichtlich vom 2. Februar bis 8. März 2023 ausgelegt werden. In diesem Zeitraum kann die Öffentlichkeit Stellungnahmen abgeben.

Auch interessant