5. Juni 2021
Bergedorf

Arne Dornquast verlässt Bergedorf

Neuer Rathauschef ohne Ausschreibung?

Rathaus

Arne Dornquast war über zehn Jahre Bezirksamtsleiter in Bergedorf Foto: News&Art

BERGEDORF Bezirksamtsleiter Arne Dornquast (56, SPD) verlässt das Bergedorfer Rathaus. Mit seiner Ankündigung, Mitte Juli den Posten als Bezirksamtsleiter nach über zehn Jahren zu räumen, hat er alle überrascht – auch seine eigene Partei.

Der 56-Jährige wechselt Mitte Juli in die Hamburger Sozialbehörde als Leiter des Amtes für Arbeit und Integration, ist dann unter anderem zuständig für die Steuerung der Job-Center der Hansestadt.

Arne Dornquast, der seinen Dienst an der Spitze der Bergedorfer Verwaltung eher als „Amtsleiter“ für Hamburg denn als eigenwilliger „Bürgermeister“ verstanden hat, sieht den rasanten Wohnungsbau im Bezirk und das Projekt Körber-Haus als prägende Meilensteine seiner Ära. „Ich kehre Bergedorf nicht den Rücken, sondern mache etwas Neues, zu dem ich richtig viel Lust habe“, sagte Dornquast, der das Bezirksamt seit 2011 leitet. Wer auf ihn folgt, ist völlig offen. Wenn er am 16. Juli wie geplant in Urlaub geht, übernimmt zunächst sein Stellvertreter, Verwaltungsdezernent Ulf von Krenski.

„Wir müssen uns jetzt erst mal intern Gedanken machen, wie möglichst schnell die Nachfolge zu regeln ist“, sagte Katja Kramer, SPD-Fraktionschefin in der Bezirksversammlung. Eile sieht sie geboten, „weil viele wichtige Projekte wie die Planung des Zukunftsstadtteils Oberbillwerder und die Entwicklung der Bergedorfer Innenstadt nach dem Karstadt-Aus ein starkes Bezirksamt“ brauchen. Ziel müsse es sein, dass schon im Spätsommer die Nachfolge geklärt ist. „Dann noch eine Ausschreibung zu machen, würde das Bezirksamt unnötig belasten.“
Kommt es so, weicht Bergedorf von seiner geübten Praxis einer öffentlichen Ausschreibung ab – und es gäbe keine Chance auf einen Überraschungskandidaten.

Über die Nachfolge von Dornquast entscheidet die Bezirksversammlung, der Senat setzt formal ein. CDU-Fraktionschef Sven Noetzel hält nichts vom internen Gekungel von SPD und Koalition um den neuen Bergedorfer Rathauschef: „Wir fordern eine öffentliche Ausschreibung, wie sie das Gesetz vorsieht. Alles andere würde die neue Bezirksamtsleitung schon beschädigen, bevor sie im Amt ist.“

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