1. Juli 2020
Bergedorf

Notfallzentrum im Bethesda

Ambulante Behandlungen an 365 Tagen rund um die Uhr

Das Bethesda Krankenhaus am Glindersweg könnte eins von 16 Notfallzentren im Großraum Hamburg werden Foto: Rieß

BERGEDORF Immer mehr Bergedorfer gehen lieber ins Bethesda Krankenhaus als zu niedergelassenen Ärzten, wenn es ihnen plötzlich schlecht geht. Was den guten Ruf des Klinikums am Glindersweg unterstreicht, belastet allerdings seine Notaufnahme stark. Denn weggeschickt wird hier niemand.

Diesen Trend weiter fördern könnte das geplante „Gesetz zur Reform der Notfallversorgung“ von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), das die Bezirksversammlung jetzt per einstimmigem Beschluss für das Bethesda nutzen will: Um die Notrufe 112 und 116 117 zusammenzuführen, plant Spahn Integrierte Notfallzentren an ausgesuchten Kliniken, die rund um die Uhr geöffnet und explizit auch für ambulante Fälle vorgesehen sind. Wer stationär behandelt werden muss, geht von dort in die Notaufnahme. „Wir wollen rechtzeitig Pflöcke für ein Integriertes Notfallzentrum am Bethesda Krankenhaus einschlagen, auch wenn das Gesetz kaum vor Ende 2020 beschlossen werden dürfte“, sagt Simone Gündüz, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD in der Bezirksversammlung.

Ein Integriertes Notfallzentrum würde diesen Service an 365 Tagen im Jahr und auch tagsüber bieten. „Wir haben großes Interesse, das an unserer Klinik aufzubauen. Gern in Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten“, sagt Bethesda-Prokurist Thomas Newe. „Es trägt der Entwicklung Rechnung, dass Patienten die klassische Trennung zwischen stationärer Behandlung in der Klinik und ambulanter außerhalb ohnehin nicht mehr befolgen.“

Ob das Bethesda Chancen hat, ließ Hamburgs Gesundheitsbehörde noch offen. Erst müssten die konkreten gesetzlichen Regelungen zu Räumlichkeiten, Personal, Technik und Abrechnung abgewartet werden.

Nach Informationen der Bergedorfer Zeitung soll für die Integrierten Notfallpraxen ein neues Budget geschaffen werden, also weder Kliniken noch niedergelassene Mediziner auf Geld verzichten müssen. Im Großraum Hamburg wird es wohl 16 Notfallzentren geben.

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