12. Januar 2023
Bergedorf

Mehrwegpflicht in Restaurants: So läuft’s

Neue Regelung gilt seit Anfang 2023

So wie Torben Puttfarken von der Koffeinschmiede bieten auch Café Timm, In aller Munde, Café Bouquet, La Petite rue und die Weinkellerei von Have den Bergedorf-Becher als Alternative an Foto: jhs

BERGEDORF Seit dem 1. Januar gilt in der Gastronomie die Mehrwegsangebotspflicht. Größere Restaurants, die Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten, müssen sie in Mehrwegbehältern herausgeben, wenn der Kunde das verlangt.

So soll der Müll, den Einwegware produziert, deutlich reduziert werden. In der Gastroszene hapert es allerdings noch mit der Umsetzung. In Bergedorf bietet nur das Block House im Sachsentor Mehrweg an. Seit 2021 seien verschiedene Mehrweg-Arten im Test gewesen, nun könne laut Pressesprecherin Laura Bünning ein eigenes Pfandsystem etabliert werden.

„Bei uns wird es ein zweiteiliges Set geben, einmal für Salat und einmal für Steakmenüs. Der Gast zahlt einmal 4,50 Euro und kann die Verpackung dann immer wieder nutzen.“ Bei anderen steckt die Umsetzung der Mehrwegpflicht noch in den Kinderschuhen. Der Mexikaner Dos Amigos (Serrahnstraße) befindet sich wie der indische Imbiss Mahal Express (CCB) oder das Café Schmidtchen (Körberhaus) mitten in der Umstellung.

Kunden können eigene Behälter mitbringen

Unklar ist, wann genau das neue System funktionieren wird. Anderen Lokalen mangelt es noch an Informationen. „Wir haben keine Mehrwegverpackungen. Wer soll denn so etwas besorgen?“, hieß es etwa bei einem italienischen Restaurant in Bergedorf. Der Fast-Food-Marktführer McDonalds, zweimal in Bergedorf und je einmal in Wentorf und Geesthacht vertreten, bietet ein eigenes Pfandsystem – allerdings nur für Getränke und Eis. Burger, Nuggets und Pommes gibt es ja in Papierverpackung. Das neue Gesetz indes schreibt verpflichtend Mehrweg-Alternativen für Einweg vor, nicht für Papier.

Gleich in mehrfacher Hinsicht sieht sich Gastronom Sascha Franke von den Neureglungen betroffen. Er hat jedoch bereits Lösungen in Arbeit. Sein Landhaus Tesperhude bietet „Essen to go“ nur eingeschränkt an. „Wir bitten die Gäste eigene Schüsseln oder Behälter mitzubringen“, so Franke. Größere Sorgen hat ihm zunächst sein Beach-Club bereitet. Dafür hat er jetzt eine Lösung: „Ich bin auf ein Unternehmen gestoßen, das recht hochwertige Pfandbecher zu einem vertretbaren Preis liefert.“ Für einen Euro Pfand sei der Preis „auch für den akzeptabel, der den Becher dann behalten will.“
(lb, jhs/he)

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