10. Juni 2020
Bergedorf

Eine Feier für die letzte Zigarette

Lesertelefon zur Rauchentwöhnung: Antworten auf die häufigsten Fragen

Rituale können bei der Rauchentwöhnung helfen Foto: Peppersmint/Shutterstock

BERGEDORF Rauchfrei dank Profi-Tipps: Im Rahmen einer Telefonaktion konnten sich unsere Leser von zwei Expertinnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) kostenlos zum Thema Rauchentwöhnung beraten lassen. Hier die häufigsten Fragen und Antworten.

Leser: Wann ist man mit dem Entzug durch?
BzgA: In der Regel nach etwa zehn Tagen. Wenn dann das Rauchverlangen kommt, ist es eher der Kopf, der Ihnen einen Streich spielt. Hier ist die Verhaltensumstellung entscheidend. Wodurch können Sie die Zigarette ersetzen? Was machen Sie, um sich abzulenken? Bringen Sie etwas Neues in Ihr Leben und halten Sie daran fest – und zwar vom ersten zigarettenlosen Tag an.

Leser: Mein Bekannter meint, ich soll die letzte
Zigarette feiern. Ist das nicht kontraproduktiv?
BzgA: Im Gegenteil. Es kann die Endgültigkeit Ihres Entschlusses noch betonen, wenn Sie den Abschied vom Rauchen so richtig feiern. Sie können auch Ihre Wohnung ein wenig auffrischen. Kaufen Sie Blumen oder stellen Sie ein Regal mit Büchern in die einstige Raucherecke. Man kann die Zigaretten auch zerschneiden oder ins Feuer werfen – egal wie, es ist gut, dem Stopp-Tag eine besondere Bedeutung zu geben.

Leser: Wie kann ich Situationen aus dem Wege gehen, die bisher immer mit einer Zigarette verbunden waren? Ich möchte nicht in Versuchung kommen.
BzgA: Überlegen Sie oder schreiben Sie am besten auf, welche Situationen das für Sie sind. Solche Situationen sollten Sie in der Entwöhnungsphase bewusst verändern. Wenn es die Zigarette zum Kaffee ist, dann steigen Sie in der ersten Zeit vielleicht auf Tee oder Kakao um. Solche Alternativen suchen Sie sich für jede einzelne Ihrer Rauch-Situationen. Sie können sich jederzeit unter der kostenfreien BzgA-Hotline 0800/
8 31 31 31 beraten lassen.

Leser: Ich bin starker Raucher und habe bestimmt Probleme beim Entzug.
Was kann mir helfen?
BzgA: Nikotinersatzmittel, zum Beispiel Nikotinkaugummis oder Nikotinpflaster, können helfen, die körperlichen Symptome zu mildern. Viele Aufhörwillige besuchen Nichtraucher-Kurse, um sich auszutauschen, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam die Verhaltensumstellung zu meistern. Adressen finden Sie zum Beispiel unter www.anbieter-raucherberatung.de.Die
meisten Krankenkassen zahlen die Gebühren anteilig oder sogar ganz.
Leser: Als starker Raucher möchte ich nicht von einem auf den anderen Tag auf-hören, sondern schrittweise reduzieren. Was muss ich dabei beachten?
BzgA: Ganz wichtig ist, den letzten Schritt zügig hinter sich zu bringen. Sie sollten nicht für längere Zeit nur eine oder zwei Zigaretten am Tag rauchen, sondern zum Beispiel von fünf auf null gehen. Der Gedanke, nur noch eine oder zwei Zigaretten rauchen zu dürfen, würde Sie sonst die ganze Zeit beschäftigen. Das erschwert die Rauchentwöhnung.

Leser: Wie geht man am besten mit Entzugserscheinungen um?
BzgA: Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Nervosität oder Schlafstörungen
sind ein normales Zeichen der Tabakentwöhnung. Stellen Sie sich und Ihre Umgebung darauf ein. Überlegen Sie, wodurch Sie die Zigarette ersetzen, wie Sie sich ablenken und über die kritische Phase hinweg kommen können. Notieren Sie auch heikle Situationen, beispielsweise die Raucherpause mit Kollegen. Diese sollten Sie am Anfang erst einmal meiden. Die körperlichen Entzugssymptome können Sie zum Beispiel durch Nikotinersatzstoffe abmildern.
Lassen Sie sich von Experten beraten, welches Präparat und welche Stärke für Sie optimal sind. Außerdem hilft Bewegung gegen Entzugserscheinungen.

 

Info
Telefon: Beratung für Rauchentwöhnung der BZgA: 0800/8 31 31 31 (kostenlos auch aus dem
Mobilfunknetz) Mo-Do. 10-22 Uhr, Fr-So. 10-18 Uhr
Material: Rauchfrei-Start-Paket u.a. mit Info-Broschüre, Kalender für die ersten 100 Nichtraucher-Tage,
Anti-Stress-Ball, Pfefferminzpastillen, kostenlos
zu bestellen per E-Mail: order@bzga.de, per Post:
BZgA, 50819 Köln, per Fax: 0221/8 99 22 57
Informationsbroschüren: „Ja, ich werde rauchfrei“ oder „Rauchfrei in der Schwangerschaft“ können
kostenfrei bestellt oder direkt herunter geladen
werden unter: www.bzga.de/infomaterialien/
Internet: www.rauchfrei-info.de: mit interaktivem
Ausstiegsprogramm und „Rauchfrei-Lotsen“
www.rauchfrei-programm.de: Gruppenkurse
in Wohnortnähe (Kostenerstattung)

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