19. März 2022
Billbrook

Der Kampf um die alten Bahnbrücken

Denkmalverein schlägt AlarM. Bahn plant Abriss

Die historische Brücke an der Billstraße gehört zu den ältesten Bahnbrücken der Stadt. Jetzt droht der Abriss Fotos: Grell

BILLBROOK Sie haben etwas Nostalgischschönes, die historischen Bahnbrücken, von denen es in Hamburg nur noch sehr wenige gibt. Jetzt plant die Deutsche Bahn fünf denkmalgeschützte S-Bahn-Brücken zwischen Rothenburgsort und Berliner Tor abzureißen, die zu den ältesten der Stadt zählen.

Der Hamburger Denkmalverein geht deshalb auf die Barrikaden. Unter dem Motto „Rettet Hamburgs Bahnbrücken“ ist sogar ein kleiner Film zum Thema entstanden. Ersetzt werden die alten Brücken, die noch die schönen Verzierungen an den Geländern zeigen, meist durch graue Betonbrücken, die weder Charme noch große Ästhetik mitbringen.

„Wir wollen uns dafür starkmachen, dass die historischen Brücken instand gesetzt werden und erhalten bleiben“, betont auch Kristina Sassenscheidt, Geschäftsführerin des Vereins. Die S-Bahn-Stationen Berliner Tor und Rothenburgsort, die schon Anfang 1900 entstanden sind, würden seit mehr als 100 Jahren das Stadtbild prägen und stünden aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung unter Denkmalschutz.

Dennoch will die Deutsche Bahn sie jetzt aufgrund der „geringen Restnutzungsdauer“ abreißen. Der Denkmalverein fordert, dass die Bahn dringend ihre Richtlinien überarbeitet und Ausnahmeregelungen für Bestandsbauwerke nutzt. In den kommenden zehn Jahren sollen mindestens 70 Brücken saniert und voraussichtlich 28 von ihnen abgerissen werden. Die Deutsche Bahn gibt dafür „wirtschaftliche Gründe“ an.

Der Denkmalschutzverein will dabei nicht tatenlos zusehen und für den Erhalt der Brücken kämpfen: „Wenn die Brücken erst verschwunden sind, ist es zu spät.“

Die neuen Brücken haben lange nicht den Charme der historischen Bauwerke Foto: Grell

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