30. April 2021
Barmbek

Demo gegen Mietenwahnsinn

„Die Linke“ fordert mehr sozialen Wohnungsbau – Zelt ist kein Wohnraum

Mit roten Zelten wurde vor dem Museum der Arbeit demonstriert Fotos: wb

BARMBEK Durch die Corona-Pandemie ist bei vielen Menschen in Hamburg das Geld knapper geworden. Kurzarbeit oder sogar der Verlust des Arbeitsplatzes haben dann auch den eigenen Wohnraum in Gefahr gebracht. Wer seine Miete nicht mehr bezahlen kann, hat es oft schwer, ein neues, günstigeres Angebot zu finden.

Mit einer großen Demo hat „Die Linke“ jetzt vor dem Museum der Arbeit in Barmbek auf diese verheerende Lage aufmerksam gemacht und fordert mehr sozialen Wohnraum in Hamburg und eine Unterstützung der Menschen, die durch Corona in Mietschwierigkeiten geraten sind. „Das Aussetzen von Zwangsräumungen durch die Pandemie wurde jetzt wieder aufgehoben“, bedauert Angelika Traversin von „Die Linke“, die vermutet, dass sich die wirtschaftliche Lage vieler Hamburger auch in den kommenden Monaten noch nicht entspannt und es auch noch Familien geben wird, die ihre Wohnungen aufgrund der Krise verlieren. Wer seinen Wohnraum erst einmal aufgeben muss, weil die Kosten zu hoch geworden sind, der lande auch schnell auf der Straße. Mietpreise, die dem Hartz IV-Satz entsprechen, „gibt es doch auf dem Markt gar nicht“. Im Vergleich dazu stehen zurzeit über 3000 Wohnungen in Hamburg komplett leer und „das ist wirklich ärgerlich“, so Angelika Traversin.
Preisspirale

Einmal im Monat will „Die Linke“ nun auf öffentlichen Plätzen gegen den Mietenwahnsinn appellieren und fordern, dass Mieten gesenkt und gemeinnützige Wohnungswirtschaft nachhaltig aufgebaut wird. Die Mieten steigen laut Mietenspiegel in Hamburg doppelt so schnell wie die Inflationsrate, im Hamburger Umland bis viermal so schnell. Durch die Preisspirale werde immer mehr Wohnraum „für Normalverdiener unbezahlbar“. „Die Linke“ beklagt, dass immer mehr Sozialwohnungen wegfallen und nicht durch neue ersetzt werden und viele Mieter so aus ihren Stadtteilen verdrängt werden. „Das Menschenrecht auf Wohnen steht aber über dem Grundrecht auf Eigentum“, so Angelika Traversin.

Angelika Traversin, Abgeordnete aus Hamburg-Nord, setzt sich gegen den Mietenwahnsinn ein

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